Forschung: Gerede über 'Digitale Demenz' ist Unsinn

Tablet, Ipad, Kinder Bildquelle: Eric Peacock / Flickr
An den immer wieder vorgebrachten Behauptungen über die negativen Auswirkungen der Internet-Nutzung auf Mensch und Gesellschaft ist nichts dran. Das zeigte nun eine genauere Untersuchung der Universität Koblenz-Landau.
Eines der bekanntesten Beispiele für entsprechende Thesen aus der letzten Zeit stellt das Buch "Digitale Demenz" von Manfred Spitzer dar. Laut den Forschern Markus Appel und Constanze Schreiner widersprechen die wissenschaftlichen Ergebnisse auf vielen Gebieten aber klar den darin enthaltenen Aussagen zu den schädlichen Auswirkungen des Internets. Nach dem jetzigen Stand der Forschung führe vermehrte Internetnutzung im Mittel weder zu weniger sozialem Austausch, noch zu weniger gesellschaftlich-politischem Engagement. Auch sind intensive Internetnutzer nicht einsamer als Wenignutzer.

"Die alarmistischen Thesen von Spitzer und Co. haben wenig mit dem wissenschaftlichen Kenntnisstand zu tun", so Appel, der eine Professur für Medienpsychologie innehat. Laut der Analyse zahlreicher Metastudien, die von den beiden Wissenschaftlern durchgeführt wurde, verschleierten die nicht sachgemäßen Thesen zu den Auswirkungen der Internetnutzung den Blick für die Herausforderungen, die mit einer Verbreitung von Computer und Internet im Alltag verbunden sind.

Falsche Anleitungen für Eltern und Lehrer

Appel befürchtet vor allem, dass nicht zuletzt Eltern und Lehrkräfte durch solche Bücher fehlinformiert und damit fehlgeleitet werden. "Wichtig erscheint mir, dass Erziehungspersonen die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen nicht von Vornherein verteufeln, denn dann wird es schwer, ein kompetenter Gesprächspartner in Sachen Internet zu sein", sagte er.

Während in den meisten Fällen wissenschaftlicher Kenntnisstand und dargelegte Behauptungen weit auseinandergehen, gibt es aber auch Überlappungen bei Aspekten wie Wohlbefinden, Übergewicht und Aggressionen. Die Zusammenhänge fallen allerdings eher schwach aus, so dass auch hier kein Anlass für eine alarmistische Haltung gegeben sei, hieß es. Im Hinblick auf das menschliche Lernen widerspricht die Befundlage wiederum den Thesen sogar klar. Im Mittel ist der größte Wissenszuwachs zu verzeichnen, wenn eine ausgewogene Mischung von zwischenmenschlicher Kommunikation und Internet-Anteilen enthalten sind. Auch die Wirkungsstudien zum Lernen mit Computerspielen zeigen im Durchschnitt positive Effekte.

Ein Grund für die Popularität medien-kritischer Publikationen sehen Appel und Schreiner in dem Trick, dass viele ihrer Autoren auf neurowissenschaftliche Theorien und Befunde zurückgreifen. Diese hätten allerdings in populärwissenschaftlichen Büchern häufig keinen direkten Bezug zu den Kerninhalten, wirkten aber dennoch gerade für Laien überzeugend. Tablet, Ipad, Kinder Tablet, Ipad, Kinder Eric Peacock / Flickr
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