Ghostwriter: Assange ist paranoid, eitel & sexistisch

Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik, Aktivist Bildquelle: espenmoe / Flickr
Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange sorgt wohl mit seinem Verhalten gegenüber Freunden und Vertrauten immer wieder selbst dafür, dass er letztlich stets ohne besonderen Rückhalt da steht.
Dies geht aus Schilderungen von Andrew O’Hagan gegenüber der britischen Tageszeitung The Telegraph hervor. Dieser war eigentlich als Ghostwriter für die Autobiographie von Assange engagiert - ein Projekt, das aufgrund der Charakterzüge der zu behandelnden Person nicht gerade unter einem guten Stern stand. "Er wollte das Buch nicht", so O’Hagan. Dass es trotzdem zu einem Vertrag mit einem Verlag kam, lag wohl in erster Linie daran, dass Assange dringend Geld brauchte.

Letztendlich soll der WikiLeaks-Gründer nicht besonders viel dafür getan haben, dass das Buch überhaupt zustande kommt. "Er verbrachte lieber Stunden damit, sich selbst zu googeln statt seine eigene Sicht in die Autobiographie einzubringen", berichtete O’Hagan. Da Assange sich irgendwann nicht mehr an die vertraglichen Vereinbarungen hielt, veröffentlichte der Verlag Cannongate das Buch letztlich ohne die Zustimmung von Assange. Mit nur 700 verkauften Exemplaren in der ersten Woche war es von Anfang an ein Flop.

O’Hagan verbrachte in der Zeit des Entstehens der Autobiographie aber viel Zeit mit Assange, die ihm zu einem recht eindeutigen Urteil über die Person kommen ließ. Dieser sei eitel, geheimnistuerisch, paranoid und eifersüchtig auf allerlei Menschen. Auch dass er ständig jungen Frauen hinterherschaue und sexistische Witzchen von sich gebe, mache ihn nicht gerade sympathischer.

Der Anspruch, mit WikiLeaks die Welt zu verändern, musste nach Einschätzung von O’Hagan schon daran scheitern, dass Assange stets mehr Wert auf die eigene Darstellung als die Arbeit gelegt habe. Hinzu komme, dass sein Zorn sich häufiger gegen seine Freunde als gegen die Feinde richtete. Davor sind selbst jene nicht gefeit, von denen Assange in großem Maße abhängig ist. So habe er sich beispielsweise sehr abfällig über die Botschafterin Ecuadors in London ausgelassen, bei der Assange seit längerer Zeit politisches Asyl genießt.

Der Australier soll nach Darstellung O’Hagans auch nicht im geringsten einsehen, dass sein Verhalten auch Freunde und Unterstützer verärgern könnte. Als er sich beispielsweise in die ecuadorianische Botschaft flüchtete, waren darüber vor allem jene nicht besonders glücklich, die viel Geld dafür zur Verfügung gestellt hatten, ihn gegen Kaution aus dem Gefängnis zu holen - darunter die Unterstützerin Jemima Khan. "Als ich es ihm erklärte, kam lediglich eine unfassbare sexistische Bemerkung zurück", so O’Hagan. Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik, Aktivist Wikileaks, Julian Assange, Netzpolitik, Aktivist espenmoe / Flickr
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