Dokumente via Google gefunden - als Hacker bestraft

Internet, Daten, Netzwerk, Kabel, Gigabit, Telekommunikation Bildquelle: Ben Stanfield / Flickr
Die Nutzung von Google durch einen auf Sicherheit bedachten Unternehmer und Netzaktivisten führte zu einer Geldstrafe von mehreren tausend Euro. Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können.
Alles begann im Jahr 2012 damit, dass sich Olivier Laurelli, der auch unter dem Pseudonym Bluetouff bekannt ist, an seinen Rechner setzte, der wie immer über eine VPN-Verbindung am Netz hing. Bei einer Google-Suche zu einem völlig anderen Thema stieß er auf einen Link zu Dokumenten der ANSES, der französischen Behörde für Umwelt und Lebensmittel-Sicherheit. Da sie ihm interessant erschienen, lud er die Dateien auf seinen Rechner - immerhin 7 Gigabyte kamen dabei zusammen.

Wie er laut einem Bericht von Ars Technica später ausführte, dachte er sich dabei nichts weiter. Immerhin waren die Dateien über Google öffentlich zugänglich, es ging um die öffentliche Gesundheitsversorgung und bei der ANSES handelt es sich um eine öffentliche Einrichtung. Die Dateien gab er an einen Kollegen weiter, der sie für einen Artikel verwendete, der auf der von Laurelli betriebenen Nachrichtenseite Reflets.info erschien.

Erst in diesem Moment wurde man bei der Behörde auf die Sache aufmerksam und wandte sich an die Polizei. In der Anzeige wurde behauptet, jemand sei in die Computer der ANSES eingedrungen und hätte Daten gestohlen. Aufgrund dessen zog der Fall bei den Sicherheitsbehörden Kreise und sogar der französische Inlands-Geheimdienst DCRI klinkte sich in die Ermittlungen ein.

In einem ersten Verfahren versuchte man, Laurelli kriminelle Absichten zu unterstellen. Denn immerhin habe er seine Identität durch das VPN hinter einer IP-Adresse aus Panama verschleiert, um Daten bei einer Regierungsstelle zu entwenden. Es folgte eine kurze Untersuchungshaft und dann die offizielle Anklage. Während des Prozesses versuchten Vertreter der ANSES es als besonders perfide Hacker-Methode hinzustellen, dass Laurelli an Dokumente herankam, indem er direkt die korrekte URL nutzte. Denn wollte man über die Verlinkungen auf der Webseite an die Informationen kommen, musste man an einem Password-Schutz vorbei.

In erster Instanz entschied das Gericht zugunsten Laurellis. Er könne nicht strafrechtlich dafür zur Verantwortung gezogen werden, auf völlig ungeschützte Daten zugegriffen zu haben, hieß es in der Urteilsbegründung. Allerdings ging die Sache im letzten Dezember noch zum Berufungsgericht, was für Laurelli nicht gerade von Vorteil war. Verschiedene französische Medien berichteten, dass der Richter nicht einmal Google richtig aussprechen konnte und auch der Staatsanwalt auf die Ausführungen der Verteidiger mit der Aussage reagierte, die Hälfte der Begriffe nicht einmal verstanden zu haben.

Zwar wurde Laurelli auch hier vom Vorwurf des Eindringens in Computer-Systeme freigesprochen, doch das war auch alles. Das Gericht sah schließlich eine Schuld darin, dass er automatisiert (mit Wget) Dokumente herunterlud, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, und damit gegen den Willen ihres Besitzers verstieß. 3.000 Euro Geldstrafe waren die Folge. Laurelli blieb daraufhin nur noch der zynische Twitter-Kommentar "Es ist großartig :) ich bin offiziell ein Cyberkrimineller" und die zweifelhafte Gewissheit, vielleicht die teuerste Google-Suche aller Zeiten durchgeführt zu haben. Internet, Daten, Netzwerk, Kabel, Gigabit, Telekommunikation Internet, Daten, Netzwerk, Kabel, Gigabit, Telekommunikation Ben Stanfield / Flickr
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