Geister online: KI-Projekt lässt tote User weiterleben

Mensch, tot, Schädel Bildquelle: Captain Budd Christman, NOAA Corps (Public Domain)
Eine Gruppe von Forschern wollen einen Internet-Dienst schaffen, in dem die Nutzer nach ihrem körperlichen Tod für die Nachwelt weiterleben können - was sowohl technisch anspruchsvoll, als auch makaber klingt.
Die Hinterbliebenen haben bisher vor allem traditionelle Formen der Erinnerung zur Verfügung: Manchmal verbleiben Tagebücher, manchmal andere sehr persönliche Dinge, die an einen Menschen erinnern. Und immer wieder gibt es Situationen, in denen man sich an eine verstorbene Person zurückerinnert und sich fragt, welchen Rat diese denn in der aktuellen Lage geben würde.

Durch den Dienst Eterni.me soll man zukünftig schlicht nachfragen können. Die Wissenschaftler wollen einen Online-Avatar schaffen, der sich sowohl inhaltlich, als auch vom Stil her in der Internet-Kommunikation ebenso verhält, wie die verstorbene Beispiel-Person. Ein Nutzer soll also sicherstellen können, dass seine Angehörigen ihn nach seinem Ableben nicht komplett verlieren - oder auch nicht so einfach loswerden.

Um dies zu erreichen, soll ein System geschaffen werden, das auf verschiedenen Technologien aus den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und des Big Data beruht, berichtet Boston.com. Mit dieser soll anschließend das Nutzungs- und Kommunikationsverhalten eines Nutzers möglichst umfassend ausgewertetet werden: Das Social Networking-Profile, E-Mail-Postfächer, Chat-Systeme und viele mehr können dabei als Datenquelle dienen.

Während man im ersten Moment annehmen kann, dass es vielleicht möglich ist, den individuellen Stil einer Person nachzuahmen, scheint es doch zweifelhaft, anzunehmen, dass ein solcher Avatar als lebensechter Ratgeber im Sinne des Verstorbenen dienen kann. Doch gerade hier machen die Technologien massive Fortschritte. So können die großen Datensammler Google und Facebook anhand der Analyse umfassender Informationen beispielsweise schon mit hoher Genauigkeit vorhersagen, wie die berufliche Perspektive einer Person aussieht oder welche Chancen eine neue Beziehung hat, längere Zeit zu überdauern.

Das Eterni.me-Team ist sich aber durchaus im Klaren, dass es noch eine Menge Arbeit erfordern wird, um das Ziel zu erreichen. Entgegen selbst eigener Befürchtungen war das bisherige Feedback auf das Projekt auch ziemlich positiv. Und selbst wenn das Projekt letztlich scheitern sollte, will man bei der Entwicklung, die ausschließlich in der Freizeit der Beteiligten erfolgt, Spaß haben und etwas für andere Projekte lernen. "Die verrücktesten Ideen bringen die verrücktesten Leute zusammen", sagte Eterni.me-Chef Marius Ursache. Mensch, tot, Schädel Mensch, tot, Schädel Captain Budd Christman, NOAA Corps (Public Domain)
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