Facebook reißt Aufgabe von Presseverlagen an sich

Presse, Zeitung, Papier Bildquelle: Nicholas Boos / Flickr
Das Social Network Facebook wird zukünftig nicht mehr nur von Kontakten und einem Algorithmus abhängig machen, was dem Nutzer als lesenswerter Inhalt empfohlen wird, sondern stellt nun auch professionelle Redakteure ein.
Das zentrale Element der Plattform war bisher der News-Feed. Hier kamen jeweils Links, Fotos und Statusmeldungen von Anwendern zusammen, mit denen man über die Plattform in Kontakt steht. Als vor einiger Zeit Gerüchte auftauchten, dass Facebook an einer App namens "Paper" arbeitet, wurde angenommen, dass hier Hinweise auf Artikel automatisiert zu einer Online-Zeitung zusammengefasst würden.

Doch das Unternehmen geht hier einen deutlichen Schritt weiter. Bereits seit einigen Monaten soll Facebook professionelle Redakteure einstellen, die für die Zusammenstellung des Angebotes verantwortlich sein werden. Das berichtet das Magazin Re/code unter Berufung auf zwei verschiedene Quellen, die mit dem Vorhaben vertraut sind.

Die Redaktion soll dann dafür zuständig sein, zehn verschiedene Kategorien mit Inhalten über ein breites Spektrum an Themen hinweg zu befüllen. Außerdem sollen diese auch die jeweils besten Texte in jedem Bereich herausfiltern und besonders präsentieren. Allerdings sind die Redakteure lediglich für die Zusammenstellung des Angebotes aus externen Quellen zuständig und werden keine eigenen Artikel schreiben.

Paper wird also nicht wie bisher vermutet lediglich ein Konkurrent zu Flipboard, in dem Nutzer Presseartikel aus verschiedenen Social Networking-Plattformen zusammenfließen lassen können. Statt dessen versucht Facebook sich hier als neue Zwischenebene zwischen den Nutzern und den Redaktionen großer Tageszeitungen oder Nachrichtenmagazine zu etablieren.

Dieser Schritt wäre durchaus eine Konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Entwicklung. Schon seit einiger Zeit geht der Trend dahin, dass Anwender nicht mehr Leser einer kleinen Zahl ausgewählte Presseerzeugnisse sind. Will man sich im Netz über die aktuellen Entwicklungen auf der Welt informieren, ist der erste Anlaufpunkt also beispielsweise nicht mehr die Startseite eines bestimmten Nachrichtenportals. Statt dessen vertraut man darauf, dass entweder ein Aggregator wie Google News oder das eigene Kontaktnetzwerk im Social Media-Bereich die wichtigsten Informationen aus einer Vielzahl von Quellen liefern.

Facebook wird hier wohl an einer Kombination der beiden Formen arbeiten - also einer Mischung aus einem individuell zusammengestellten Nachrichtenüberblick, bei dem allerdings nicht nur Algorithmen, sondern menschliche Redakteure in die Zusammenstellung eingreifen. Dies dürfte die Bedeutung der klassischen Presseverlage, die ihre Aufgabe in einer Bewertung und Zusammenstellung des Weltgeschehens für den Leser sahen, weiter herabwürdigen und sie einen Schritt weiter hin zu austauschbaren Inhalte-Lieferanten machen. Da es noch keine offiziellen Informationen zu dem Projekt gibt, bleibt natürlich abzuwarten, wie es in der Praxis dann aussehen wird. Presse, Zeitung, Papier Presse, Zeitung, Papier Nicholas Boos / Flickr
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