Schwarze Budgets: NSA zahlt Millionen an Provider

Der US-Geheimdienst NSA zahlt im Zuge seiner Überwachungsprogramme für das Internet dreistellige Millionenbeträge im Jahr an verschiedene große Backbone-Provider, berichtet die Washington Post.

Dies gehe aus Dokumenten hervor, die der ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden veröffentlichte. Mit dem Geld soll der Aufwand abgegolten werden, der den Unternehmen entsteht, wenn sie der NSA Zugänge zu ihren Infrastrukturen einrichten. Die Transaktionen laufen unter der Bezeichnung "Corporate Partner Access Project".

Auch in Deutschland wurde schon mehrfach darüber diskutiert, wer die zusätzlichen Kosten für staatliche Überwachungsmaßnahmen trägt, die den Netzbetreibern entstehen. Darum ging es unter anderem auch bei der Vorratsdatenspeicherung, bei der die Telekommunikationsunternehmen dafür sorgen sollten, die Metadaten über das Nutzungsverhalten ihrer Kunden über einen Zeitraum von mehreren Monaten gesondert vorzuhalten. Bisher gab es allerdings noch keine konkreten Informationen darüber, ob daraus schon Zahlungen des Staates resultierten.


Für die USA kann dies nun wohl als gesichert gelten - und für die Netzbetreiber ist dies durchaus ein solider Geschäftszweig: In diesem Jahr soll das Budget für entsprechende Zahlungen allein bei der NSA bei 278 Millionen Dollar liegen. Im vergangenen Jahr summierten sich die Beträge sogar auf 394 Millionen Dollar.

Weitere 56,6 Millionen Dollar werden für ein Foreign Partner Access-Programm verwendet, also die Zusammenarbeit mit Organisationen im Ausland. Hier wird allerdings nicht näher darauf eingegangen, ob die NSA damit auch direkt Schnittstellen zu Netzbetreibern kauft oder das Geld für den Datenaustausch mit anderen Geheimdiensten wie dem britischen GCHQ verwendet.

Der Chef der Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center (EPIC) erklärte, dass sich die Überwachung hier für Unternehmen offensichtlich in eine Umsatzquelle verwandelt. Es sei eine beunruhigende Entwicklung, wenn die Regierung Geld für Dinge an Unternehmen zahle, zu denen diese gesetzlich verpflichtet sind.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Das alles sieht dann ganz anders aus wenn sich der grossflächige Teil der Bevölkerung mal dazu entschliesst seinen Anschluss zu kündigen. Bleibt ein Wunschtraum klar.. aber dann können die sich alle selbst überwachen. Schön wäre das...
 
Keine Kohle am Start, aber für Überwachung gibt die USA das letzte Hemd. Haben die nicht genug im eigenen Land zutun?
 
[re:1] algo am 30.08.13 20:16 Uhr
(+4
@Jack21: Man kann es auch anders sehen: Man investiert stark in Überwachung und Spionage. Als Gewinn warten die Top Forschungsergebnisse und geheime Konstruktionspläne anderer Staaten (vor allem Deutschland). Da braucht die USA nicht mehr in Forschung investieren. Die Chinesen versuchen immer noch bei uns einzubrechen. Dank MS und Co. sitzt der andere Dieb (USA) schon längst zu Hause, getarnt als der hilfsbereite Hausmeister.
 
@Jack21: Das "letzte Hemd" gibt die USA immer noch für Hochrüstung, Waffen und Krieg aus. Für Überwachung ist's nur das vorletzte Hemd... ^^ Aber schon ironisch, dass die Steuerzahler (wohl überall) für ihre eigene Überwachung und Bespitzelung auch noch Kohle abdrücken dürfen.
 
@Jack21: Nein, die haben mehr mit "Ich bomb mir die Welt wie sie mir gefällt" zu tun.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 13:59Belkin Plissee-Schutzhülle für MacBooks und UltrabooksBelkin Plissee-Schutzhülle für MacBooks und Ultrabooks
Original Amazon-Preis
29,17
Blitzangebot-Preis
22
Ersparnis 25% oder 7,17
Jetzt Kaufen
Im WinFuture Preisvergleich

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles