VZBV: Apps für Kinder bergen reihenweise Probleme

Apps, die sich nach Angaben der Hersteller an Kinder richten, sind nicht zwingend auch für diese Zielgruppe geeignet. Die Anbieter hätten hier laut einer Untersuchung oft Nachholbedarf.

Das gilt laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) vor allem für angebliche Gratis-Angebote, vor allem Spiele. In einigen Fällen hält die kostenlose Spielvariante nur wenige Minuten an, sodass ein Kauf innerhalb der App unumgänglich ist. Aber auch die in den laufenden Spielbetrieb integrierten Wartezeiten - in einem Fall von bis zu sieben Stunden - dienen augenscheinlich dazu, einen In-App-Kauf zu forcieren.

Der Zukauf von vermeintlich mehr Spielspaß wird den Kindern nicht schwer gemacht: Ein Klick - und schon erfolgt die Abrechnung über die Telefonrechnung oder die Prepaid-Karte des Smartphones. Und dies, obwohl mit Minderjährigen so eine Kaufvereinbarung eigentlich gar nicht eingegangen werden darf. Dabei variiert die Höhe der Kaufpreise für einen In-App-Kauf zwischen wenigen Cent bis in den hohen zweistelligen Euro-Bereich.


Ein weiteres Ärgernis zeigte sich auch bei der in die Apps integrierten Werbung, die nicht immer deutlich genug von den Inhalten getrennt war und teilweise Inhalte zeigte, die nicht altersgerecht waren - etwa für ein Online-Casino oder einen Flirt-Chat. Auch Anzeigen, die sich teilweise über den gesamten Bildschirm legte, ließen sich nicht immer mühelos beseitigen.

Dass Apps für Kinder bereits soziale Medien wie Facebook und Twitter einbinden, bewertete der VZBV aus Datenschutzsicht besonders kritisch. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder mit Hilfe von Belohnungen in Form virtueller Güter dazu verleitet werden sollen, eine der Anwendungen auszuführen. "Denn oft ist nicht klar, welche Daten übertragen und zu welchen konkreten Zwecken diese genutzt werden. Hinzu kommt, dass nur die Eltern in die Datenweitergabe und Datennutzung ihrer Kinder einwilligen können", sagte Verbraucherschützerin Carola Elbrecht.
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Jup, das mit den InApp-Käufen kann ich bestätigen. Das ist echt nervig. Zumal der Button auch noch blinkt und zappelt, so dass die Kleinen da erst recht drauftippen. Zum Glück fordert dann unser iPad dazu auf, erst das iTunes-Passwort einzugeben, bevor der Kauf getätigt werden kann.
 
@RebelSoldier: Die Passwortabfrage läßt sich auch bei Google Play einstellen. Viel interessanter ist aber die Frage: Wozu brauchen kleine Kinder, die noch gar nicht geschäftsfähig sind, ein Smartphone o.ä.? Was soll aus unserer Gesellschaft werden? Noch mehr Facebook-Zombies?
 
@starship: Genau die gleiche Frage stellten sich wohl einige Zeitgenossen, als ich 1983 mit zarten 7 Jahren vor Telespielen und C64 meine Zeit verschwendete. Mag sein, dass ich anderes, besseres hätte tun können, aber die Zombie-Apokalypse sehe ich deshalb noch nicht heraufziehen. Vor allem sind heute auch die Erwachsenen so drauf, was damals nicht so war. Wie soll man den Kleinen da noch klar machen, dass sie diese "Alltagsgegenstände" nicht benutzen dürfen?
 
@starship: Wozu Kinder Smartphones und Tablets brauchen? Zum Spielen? Zum Lernen? Dafür könnte man die Dinger beispielsweise gebrauchen. Zum Thema Smartphone schrieb ich mal an anderer Stelle etwas: Warum sollte mein Tochter, wenn sie später zur Schule geht, kein Smartphone mitnehmen? Es ist schon seit Jahren gang und gäbe den Kindern ein Handy mitzugeben, damit sie anrufen können wenn was ist. Ich hatte als Jugendlicher (als ich Kind war gab's noch keine Handys zu erschwinglichen Preisen oder in einer annehmbaren Größe) hab ich von meinen Eltern auch ein Handy bekommen. Ein Alcatel One Touch Easy DB. Yeah. Aber warum sollte ich so etwas meiner Tochter geben wenn ich für den gleichen Preis was besseres kriege? Vermutlich wird's eh darauf hinauslafen, dass ihr Telefon irgendwann einmal eines unserer alten ist. Und, wie @starship schon sagte: Auch ich hab mit 6-7 Jahren am C64 gesessen und zusammen mit meinen Eltern gedaddelt (Summer und Winter Games). Ich sehe da also überhaupt nichts Verwerfliches dran. Es kommt immer darauf an, WAS man mit den Dingen macht. Ich werde meiner Tochter aber mit Sicherheit nicht die moderne Technik verweigern. DAS wäre der größte Fehler.
 
@RebelSoldier und Givarus: "Wozu Kinder Smartphones und Tablets brauchen? Zum Spielen? Zum Lernen? Dafür könnte man die Dinger beispielsweise gebrauchen. " Ich kann nicht glauben, daß Du das tatsächlich ernst meinst. Ein mobiles Endgerät als Ersatz für echtes Spielzeug, für echte Bücher, für echte Freunde und vor allem für echte Erziehung bzw als Ersatz für die elterliche Aufsichtspflicht? Ist diese bedenkliche Einstellung möglicherweise die Folge, wenn man mit dem C64 aufgewachsen ist? Ich verweigere meinen Kindern die moderne Technik keineswegs, aber aus den Windeln sollten sie schon raus sein, bevor man sie damit überhäuft. Sobald sie reif genug sind, um mit "der modernen Technik" verantwortungsbewußt umzugehen, sollen sie sie auch haben, aber nicht früher. Bei einem 6jährigen Kind habe ich da so meine Zweifel. Gehört Ihr etwa zu den Leuten, die ihre Kinder lieber vom Fernseher erziehen lassen damit sie ihre Ruhe haben, statt sich selber mal mit ihnen zu beschäftigen und zum Beispiel mal mit der Familie ein schönes Brettspiel zu spielen? Das ist auch "spielen" und "lernen", aber auf eine sinnvollere Weise, als sie mit etwas nicht altersgerechtem abzuspeisen. Die Zombie-Apokalypse seht ihr nicht? Weil Ihr vielleicht schon mittendrin steckt. Wielange könntet ihr "überleben", wenn Ihr mal komplett auf Internet und mobile Endgeräte verzichten würdet? Wielange würde es dauern, bis sich die ersten Entzugserscheinungen bemerkbar machen? Nichts für ungut, aber es gibt durchaus "Alltagsgegenstände" die absolut nichts in Kinderhand zu suchen haben! Nicht alles was möglich ist, ist auch sinnvoll. Nur weil man selbst eine Nerd-Vergangenheit hatte, muß das noch lange nicht als grundsätzlich erstrebenswert hingestellt werden. Sorry, aber das wäre eine ziemlich billige Rechtfertigung. Unsere Kinder zu Konsum-Junkies zu machen, wäre auch ein großer Fehler. Ich erziehe meine stattdessen lieber zum selbständigen denken und handeln...


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