Gamer sollen helfen, die Welt besser zu machen

Spiel, Videospiel, Controller, Game Bildquelle: RebeccaPollard / Flickr
Gamer-Communitys haben in der Vergangenheit oft belegt, dass sie bei Katastrophen gern helfen, und Spendenaktionen gestartet. Alternativ soll bei ihnen nun eine andere Ressource angezapft werden: Die Zeit. Denn wenn beispielsweise Naturgewalten große Zerstörungen angerichtet haben, sind die Helfer durchaus auf die Finanzierung ihres Einsatzes angewiesen. Im Falle des Hurrikans Sandy wurden beispielsweise durch die Spieler von "World of Warcraft" immerhin 2,3 Millionen Dollar an Spenden gesammelt.

"Wenn sie bereit sind, fünf Dollar oder zehn Dollar zu spenden, finden wir das fantastisch, im wahrsten Sinne", sagte Patrick Meier, ein Experte für die Organisation von Notfallhilfe, gegenüber Slashdot. Alternativ könnten aber auch fünf Minuten Zeit gespendet werden. Das kann in Situationen kurz nach einer Katastrophe einen mindestens ebenso wichtigen Beitrag leisten, da die Hilfskräfte hier ohnehin mit unzähligen Aufgaben beschäftigt sind.

Um konkrete Lösungsansätze hierfür will sich eine Organisation namens Internet Response League (IRL) kümmern. Diese will verschiedene Aufgaben, die nicht unbedingt vor Ort ausgeführt werden müssen, den Helfern aber wichtige Informationen liefern, an möglichst viele Spieler verteilen. So kann es beispielsweise darum gehen, lediglich einige Fotos zu taggen.

Im Ernstfall soll dann beispielsweise ein Nutzer eines Online-Rollenspiels darum gebeten werden, zu bewerten, ob auf einem Foto keine, leichte oder schwere Schäden zu erkennen sind. Die Aufnahmen will man dabei aus verschiedensten Quellen, vor allem aber aus sozialen Netzen besorgen. Bewerten drei Gamer das Bild gleich, kann angenommen werden, dass die Angaben korrekt sind.

Für den einzelnen Nutzer wäre dies bei einem bis fünf Bildern ein Aufwand von sehr wenigen Minuten. Tragen hier aber parallel hunderttausende oder Millionen Spieler in einem Online-Game etwas bei, summieren sich die Zeitspenden schnell zu sehr vielen Arbeitsstunden. Durch die zusätzliche Auswertung der im Foto enthaltenen Metadaten, insbesondere die von Smartphones eingebettet GPS-Koordinate, ließen sich den Hilfskräften vor Ort binnen kürzester Zeit recht genaue Karten über das Ausmaß der Zerstörungen liefern, ohne, dass damit die ohnehin stark ausgelasteten Mitarbeiter in Anspruch genommen würden. Auf Grundlage dessen ließe sich dann schnell entscheiden, wo beispielsweise am dringendsten Suchtrupps benötigt werden, um nach Verschütteten zu suchen.

Zukünftig sollen aber noch ganze andere Probleme in Angriff genommen werden. Das Ziel besteht darin, die jeweiligen Fragestellungen immer weiter ins Spielgeschehen an sich zu integrieren. So könnten Gamer eines Tages beispielsweise in World of Warcraft oder einem Nachfolger statt gemeinsam in eine Schlacht zu ziehen, ein gänzlich anderes Problem lösen und dabei vielleicht den gleichen Spaß haben. Spiel, Videospiel, Controller, Game Spiel, Videospiel, Controller, Game RebeccaPollard / Flickr
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