TV-Kamerasystem soll freie Perspektivwahl erlauben

Sony, Fernsehen, Kamera Bildquelle: hff-muenchen.de
Eine neue Kamera soll es zukünftig ermöglichen, dass die Zuschauer bei Fußball-Übertragungen und anderen Großereignissen selbst die von ihnen gewünschte Perspektive auswählen können.
Der Zuschauer soll sein "eigener Kameramann" werden, der am PC, Tablet oder auch an neuen Fernseh-Geräten die jeweilige Perspektive seiner virtuellen Kamera frei wählen kann - und das in Echtzeit während der Liveübertragung. Er kann sich sogar virtuell im Kreis drehen und eine Rundum-Ansicht des Spielfeldes und der Zuschauertribünen genießen, teilte das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, an dem die so genannte OmniCam360 entwickelt wurde, mit.

Die Kamera bringt nur 15 Kilogramm auf die Waage. Sie kann somit von einer Person getragen und auf einem Stativ befestigt werden. Ihr Vorgänger dagegen wog noch stolze 80 Kilogramm. Zudem ist das neue System wesentlich kleiner: Während das erste Modell der OmniCam noch etwa eineinhalb Quadratmeter Platz benötigte und daher für die Zuschauer vor Ort teilweise störend war, ist die neue Version nicht größer als eine normale Fernsehkamera.

Zehn einzelne Kameras sorgen in dem System für die Aufnahmen des Rundumblicks. Diese filmen jedoch nicht einfach in verschiedene Richtungen, wie es etwa bei Googles Panoramadienst Streetview der Fall ist. Da die Objektive bei dieser sternförmigen Anordnung sehr weit auseinander liegen, hat jede Kamera einen anderen Blickwinkel. Bislang wirken vor allem nahe Objekte an der Schnittstelle zwischen zwei Aufnahmen oft verzerrt, sind abgeschnitten oder gar nicht zu erkennen.

Dieses Problem, das auch Parallaxe genannt wird, konnten die Forscher lösen: "Wir haben ein Spiegelsystem entwickelt, das die Eintrittspupillen der Kameras in ein gemeinsames Zentrum verlegt", sagte Projektleiter Christian Weißig. Dieses Spiegelsystem lenkt das Geschehen so auf die Kameras, dass sie alle exakt den gleichen Blickwinkel haben. Die einzelnen Kamerabilder überlappen sich dabei um ein paar Pixel. Die Software kann die Bilder so ohne eine Nahtstelle verschmelzen.

Die Panorama-Kamera soll keineswegs nur bei Sportveranstaltungen gute Dienste leisten. Auch Konzerte haben die Forscher bereits mit ihr aufgezeichnet - drei Kameras waren sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum platziert. Über eine spezielle App konnten die Zuschauer solche Konzertmitschnitte quasi von allen Seiten betrachten. Sony, Fernsehen, Kamera Sony, Fernsehen, Kamera hff-muenchen.de
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