Glasfasern sollen nicht in die Trinkwasser-Rohre

Die Bundesregierung stellt sich gegen Pläne der EU-Kommission, auch das Wassernetz für einen beschleunigten Ausbau der Breitband-Infrastrukturen nutzbar zu machen.

Als Grund dafür werden gesundheitliche Gefahren angegeben, die durch entsprechende Genehmigungen entstehen könnten. Wie die Saarbrücker Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, teile die Regierung "die hygienisch begründeten Bedenken und Sorgen" von Experten. Das gehe aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Zeitung vorliegt.

Um Kosten beim Netzausbau zu reduzieren, sollen nach dem Willen Brüssels Netzbetreiber ihre Breitbandkabel unter anderem auch durch bereits vorhandene Trinkwasserrohre schieben dürfen. Nach Ansicht der Bundesregierung sei eine Mitbenutzung von Trinkwasserrohren aber nur dann möglich, "wenn alle diesbezüglichen Bedenken ausgeräumt werden können". Das sei aber nicht der Fall.


Laut dem Bericht lehnen wegen möglicher gesundheitlicher Risiken auch die Verbände der Wasserwirtschaft sowie die Trinkwasserkommission des Umweltbundesamtes das Vorhaben ab. Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Eva Bulling-Schröter, sagte, sie erwarte jetzt "klare Ansagen der Bundesregierung in Brüssel gegen eine Nutzung von Datenkabeln in Trinkwasserleitungen".

Mit dem Vorhaben wollte die EU-Kommission vor allem dazu beitragen, die teure Verlegung von Glasfaserkabeln unter die Erde zu erleichtern. Statt Straßen und Wege aufzureißen, sollen die Verbindungen durch bereits bestehende Rohre gezogen werden. So ist es beispielsweise schon seit längerem üblich, die Leitungen innerhalb von Städten etwa in der Kanalisation oder U-Bahn-Tunneln anzubringen, was es überflüssig macht, Straßen und Wege erneut aufzureißen. Aber auch größere Distanzen werden überbrückt, indem vorhandene Röhren genutzt werden - so beispielsweise die Signal-Anbindungen entlang von Bahnstrecken.
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Neubaugebiet nebenan: überall gräben Wasserrohre verlegt, alles wieder zu. 3 Wochen später alles wieder auf, Gas verlegt, alles wieder zu, dasselbe nochmal mit Telefonkabeln und dabei unsere Gasleitung ausversehen aus der wand gerissen (nichts passiert). Warum der Schwachsinn? Weil jedes Kabel eine andere Firma macht und Loch aufmachen und zumachen zum Auftrag gehört. Dass das totaler Blödsinn ist und enorme Kosten verursacht und wmöglich die vorher verlegten Kabel beschädigt egal.... Zugeteletzt die Frage ob man denn wenigsten auch schonmal Glasfaserkabel gleich mitverlegt hat, wenn schonmal alles auf ist...., natürlich nicht. Ja wirklich großartig! Wenn man so beschissen plant, dann wundert es nicht, dass Netzausbau "teuer" ist.
 
@bowflow: Wie bei uns. Gemeinden verpennt die Glasfaser Kabel mit den Fernheizwerk-Rohren bis zu den Haushalten hin zu verlegen. (nur 1-2 Gemeinden waren so schlau) Nun kostet die Verbindung zu den privaten Haushalten wieder extrem und dauert nochmal 1-2 Jahre länger -.-
 
@bowflow: Das ist ein anderer Punkt. Wenn der Aufriss schon da ist, warum nicht alles auf einmal? Da werden doch die Kosten gespart. Aber bitte keine Kabel in die sensible Wasserleitung rein packen. Dann lieber das Vektoring erlauben ;)
 
@bowflow: Die machen das wegen den Versicherungen, falls Schäden entstehen kann man die jeweilige Firma verantwortlich machen. Daher Loch auf und wieder zu :) Tja Deutschland halt :)
 
@MrMiller: Ich weiß. Und trotzdem werde ich nicht verstehen warum man nicht einfach einen Auftrag für Loch auf und Loch zu vergibt und die anderen Aufträge als "nur verlegen" vergibt. Ich bin mir sicher, dass in der Verwaltung eine dumme Ausrede dafür parat liegt, aber ich bin mir auch ganz sicher, dass andere Gemeinden das komischerweise dann eben doch können.


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