Bundeswehr arbeitete seit 2011 mit einem PRISM

Grafik, Militär, Krieg, Cyberwar, Nato Bildquelle: Jamie Sneddon / Flickr
In der internationalen Diskussion um das NSA-Überwachungsprogramm PRISM wird es nun verwirrend: Auch die Bundeswehr soll schon länger Zugriff auf das System gehabt haben - allerdings wohl eine zweite Instanz unter gleichem Namen.
Die Geschichte beginnt mit einem internen Befehlsschreiben des Militärbündnisses NATO aus dem Jahr 2011, der inzwischen der Boulevard-Zeitung Bild vorliegt. In dem Papier werden die Regionalkommandos der militärischen Einheiten in Afghanistan angewiesen, alle Anträge zur Überwachung der Telekommunikation über PRISM laufen zu lassen.

Der Bundeswehr lagen also Informationen über ein entsprechendes Programm vor, mit dem die Kommunikations-Verbindungen über Telefone und das Internet belauscht werden können. Denn einerseits war das deutsche Militär in die Strukturen der Afghanistan-Truppen eingebunden, andererseits stand dem Regionalkommando Nord mit Generalmajor Markus Kneip auch ein Deutscher vor.

Den Informationen zufolge wurde über PRISM dann ein Zugang zum Joint Worldwide Intelligence Communications System (JWICS), ein Netzwerk, in dem die US-Geheimdienste zusammengeschlossen sind, gewährt. Vor Ort erhielten die militärischen Einheiten bei Bedarf Zugang, indem sie sich an "militärisches oder ziviles US-Personal" zu wenden hatten - sprich: An die Geheimdienstangehörigen. Ab dem 15. September 2011 sollen so alle Überwachungsmaßnahmen, die von den Einsatzkräften in Afghanistan benötigt wurden, über das fragliche PRISM-System abgewickelt.

Allerdings handelte es sich dabei aber wohl nicht um das gleiche Programm, über das der Informant Edward Snowden berichtete und damit weltweit für Wirbel sorgte. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat den Innenausschuss des deutschen Bundestages dahingehend informiert, dass es sich nicht um das NSA-System, sondern ein von der NATO-Truppe ISAF betriebenes Programm gleichen Namens handle.

Dies klingt durchaus plausibel, da die NSA kaum Interesse daran haben dürfte, das internationale Militär in ihre Karten blicken zu lassen. Da der Befehl allerdings erging, weil der NSA-Chef selbst das US-Militär mit der Organisation der Überwachungsmaßnahmen in Afghanistan beauftragte, dürfte auch die Namensgleichheit kein Zufall sein. Möglich wäre, dass es sich im Grunde um die gleichen Technologien handelt, die mit einer jeweils anderen Datenbasis versorgt wird. Grafik, Militär, Krieg, Cyberwar, Nato Grafik, Militär, Krieg, Cyberwar, Nato Jamie Sneddon / Flickr
Mehr zum Thema: Edward Snowden
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