Im Nahen Osten sind Startups keine Männer-Domäne

Iran, Frau, Kopftuch Bildquelle: HORIZON / Flickr
Während die Günder-Szene für Internet-Firmen in den westlichen Industriestaaten fast ausschließlich eine Männer-Domäne ist, sieht sie Situation im Nahen Osten spürbar anders aus.
Ausgerechnet in vielen arabischen Staaten liegt der Frauen-Anteil bei den Chefs von Online-Startups wesentlich höher - was dem hierzulande vorherrschenden Bild der Region wohl klar widersprechen dürfte. Laut Statistiken der Beratungsfirma Startup Compass sind im Westen nur rund 10 Prozent der Startup-Szene weiblich - während es in Ländern wie Jordanien im Schnitt 35 Prozent sind.

Das hat seine Ursachen aber durchaus auch in den klassisch patriarchalen Strukturen der dortigen Gesellschaften, berichtete das Magazin Economist, das dazu unter anderem Teilnehmerinnen einer Gründer-Konferenz im jordanischen Amman befragte.

In dem Land sind beispielsweise 51 Prozent der Universitäts-Absolventen weiblich. Ähnlich sieht es in vielen anderen arabischen Staaten aus. In der Arbeitswelt spielen Frauen hingegen dann längst nicht mehr eine solch ausgewogene Rolle: In der ganzen Region haben sie im Schnitt einen Anteil von 21 Prozent, in Jordanien nur von 16 Prozent an den Beschäftigten insgesamt. Viele gut ausgebildete Frauen landen hier also letztlich in der traditionellen Rolle als Hausfrau und Mutter.

Gerade diesen bietet das Internet neue Perspektiven. Hier stoßen sie zum einen auf eine Plattform, die längst nicht so stark männlich dominiert ist, wie ihr sonstiges Umfeld, und in dem es stärker auf die Leistung als das Geschlecht ankommt, hieß es. Nicht zuletzt bietet das Netz aber auch die Möglichkeit, vom Internet-Zugang zu Hause eine Firma aufzubauen, und sich parallel trotzdem um die Kindererziehung zu kümmern. Das spielt vor allem in Staaten wie Saudi-Arabien, in denen Frauen kaum individuelle Freiheiten haben und oft nicht einmal alleine das Haus verlassen dürfen, eine entscheidende Rolle.

Wie die Teilnehmerinnen der Konferenz in Amman berichteten, sorgen die patriarchalen Strukturen in den arabischen Ländern aber auch für Probleme, die einigen Gründerinnen aus den westlichen Ländern nur zum Teil in der vorliegenden Dimension bekannt sein dürften. So werden die Schwierigkeiten darin, ernst genommen zu werden, wohl in beiden Kulturkreisen bekannt sein. Für die jordanischen Startup-Chefinnen ist es aber ungleich schwerer einem männlichen Angestellten zu sagen, dass dieser einen Fehler gemacht hat, wie es aus den Berichten hervorgeht. Hinzu kommt, dass der soziale Druck, sich weniger auf die Arbeit und mehr auf die Familie zu konzentrieren, deutlich stärker ausgeprägt ist. Iran, Frau, Kopftuch Iran, Frau, Kopftuch HORIZON / Flickr
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