Stuxnet: Der dritte große Whistleblower-Fall kommt

Usa, Militär, James Cartwright Bildquelle: US-Verteidigungsministerium
Die US-Behörden gehen nun offenbar gegen einen weiteren mutmaßlichen Whistleblower vor, der als geheim eingestufte Informationen aus den Sicherheitseinrichtungen an die Presse weitergegeben haben soll. Im neuen Fall, von dem NBC News berichtet, geht es um die Stuxnet-Malware, mit der das iranische Atomprogramm sabotiert wurde. Hier wurde recht schnell vermutet, dass entweder die USA, Israel oder beide hinter der Entwicklung des Schädlings steckten, der gezielt die fraglichen Industrieanlagen angriff und rund tausend Zentrifugen zerstörte.

Im letzten Jahr wartete dann die New York Times plötzlich mit Details auf. Demnach seien die Pläne für Stuxnet unter dem US-Präsidenten George W. Bush ausgearbeitet worden. Der jetzige Staatschef Barack Obama habe dann 2010 angeordnet, das Programm zu beschleunigen. Einer der Verantwortlichen für die Durchführung war der damalige Vize-Generalstabschef James Cartwright, der inzwischen pensioniert ist.

Nun wird seitens des Justizministeriums vermutet, dass dieser höchstpersönlich Informationen über die Hintergründe an die Zeitung weitergegeben hat. Es seien entsprechend Ermittlungen eingeleitet worden, worüber Cartwright auch informiert worden sei. Offiziell wollten sich beide Seiten zu der Sache nicht äußern.

An der Stuxnet-Aktion, die intern den Code-Namen "Olympic Games" hatte, sollen neben US-Einrichtungen auch Geheimdienste aus Israel und Europa beteiligt gewesen sein. Die New York Times hatte seinerzeit recht detailliert darüber berichtet, wie das Thema beispielsweise bei Treffen im Weißen Haus behandelt worden sei. Schon damals war klar, dass - angenommen die Informationen sind wahr - der Informant Zugang zu höchsten Kreisen gehabt haben muss. Ermittlungen des Justizministeriums gegen Cartwright stellen insofern im Grunde eine Bestätigung für die Berichte dar.

Obama hatte in seinem ersten Wahlkampf im Jahr 2008 noch angekündigt, den Schutz von Whistleblowern zu stärken. Damals rechnete er offenbar nicht damit, dass die größten entsprechenden Einschläge aus Kreisen des Militärs und der Geheimdienste kommen werden. Denn diese will er nun keinesfalls hinnehmen. Cartwright könnte somit nach Bradley Manning und Edward Snowden bereits der dritte große Fall von Geheimnisverrat in seiner Amtszeit werden. Usa, Militär, James Cartwright Usa, Militär, James Cartwright US-Verteidigungsministerium
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