Traffic: Google, Microsoft & Co. bezahlen US-Provider

Internet, Daten, Netzwerk, Ethernet Bildquelle: Patrick Stahl / Flickr
In Deutschland ist Netzneutralität seit der Telekom-Drossel-Ankündigung zumindest in Diskussionen ein großes Thema, in der Realität ist die Gleichbehandlung aller Internet-Daten aber nur ein frommer Wunschtraum. Das zeigen nun aufgetauchte US-Dokumente.
Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf geheime Dokumente und Informationen berichtet, sollen zahlreiche Unternehmen, darunter Google, Microsoft und Facebook, regelmäßige Zahlungen an US-Provider leisten, um auf diese Weise eine bevorzugte Behandlung zu bekommen. Das bedeutet in diesem Fall eines: schnellere und stabilere Übertragung der Daten.

Das WSJ schreibt, dass die überwiesenen Beträge noch verhältnismäßig klein seien: Der ISP Comcast soll zwischen 25 und 30 Millionen Dollar pro Jahr erhalten, was nur etwa 0,1 Prozent des Umsatzes des Unternehmens ausmacht. Bei Konkurrent Time Warner Cable sollen es ebenfalls Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe sein.

Im Bericht des Wall Street Journal heißt es, dass diese Praxis nicht gegen die Regelungen der Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) verstoße, also die so genannte Netzneutralität. Demnach betreffe diese nach FCC-Definition lediglich die "letzte Meile", zwischen dem ISP und dem Kunden darf es entsprechend keine Bevorzugung von Traffic geben.

Die nun bekannt gewordenen Zahlungen der Internet-Content-Anbieter betreffen allerdings den Datenaustausch zwischen den Firmen und den Providern. Hier seien die FCC-Vorgaben bezüglich Bevorzugungs-Zahlungen "mehrdeutig", heißt es.

Das weiß allerdings auch die US-amerikanische Telekommunikationsbehörde: In einem Gerichtsfall warnte die FCC im vergangenen Herbst, dass eine derartige Praxis es Internet-Startups deutlich erschweren könnte, Investoren anzuziehen und an eine Finanzierung heranzukommen. "Das nächste Google oder Facebook könnte womöglich nie beginnen", so die FCC damals.

Im Zentrum der Debatte steht auch der Streaming-Anbieter Netflix: Dort weigert man sich bisher derartige Extra-Zahlungen zu leisten und verweist auf die Tatsache, dass die Kunden (also von Netflix und der Provider) sich ein ungestörtes Streaming-Erlebnis wünschen. Die US-Provider behaupten, dass Netflix eine Sonderbehandlung verlangt, dort kontert man und sagt, dass man von den ISPs und deren Macht am Markt unter Druck gesetzt würde.

Siehe auch: Minister Rösler plant Regelung zur Netzneutralität Internet, Daten, Netzwerk, Ethernet Internet, Daten, Netzwerk, Ethernet Patrick Stahl / Flickr
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