Top500: China wird zur Supercomputer-Großmacht

Ibm, Supercomputer, Sequoia Bildquelle: asc.llnl.gov
Als heute in Leipzig die neue Liste der weltweit schnellsten Computer offiziell vorgestellt wurde, lag China wie erwartet ganz vorn. Etwas überraschend hatte man dort einen absoluten Spitzenrechner gestartet.
Tianhe-2, der am Nationalen Supercomputing-Zentrum in Guangzho installiert ist, bringt es auf 33,86 Petaflops, womit die Spitzenleistung binnen weniger Monate mal eben auf mehr als das Doppelte gesteigert wurde. Der bisher führende "Titan", ein Cray XK7-Rechner des US-Energieministeriums, kam nun nur noch auf Rang 2 und hat durch Chinas Vorstoß mit 17,59 Petaflops inzwischen deutlichen Abstand.

Auch für die Experten kam der Start des Tianhe-2 etwas unerwartet. Bisherigen Berichten zufolge sollte das System erst in zwei Jahren in den Regelbetrieb gehen - wenn dann auch mit einer höheren Leistung. Offenbar sah man sich in China aber in der Lage, mit dem aktuellen Entwicklungsstand ein klares Signal auszusenden, dass man bei der Computer-Entwicklung längst nicht mehr nur der billige Dienstleister ist, sondern ganz vorn mitspielen kann.

Binnen der letzten sechs Monate ist die Zahl der Maschinen, die im Petaflops-Bereich arbeiten, von 23 auf 26 gestiegen. Bei den Spitzensystemen nimmt außerdem die Zahl jener zu, bei denen die herkömmlichen CPUs von Co-Prozessoren mit dem wesentlichen Teil der Rechenkraft unterstützt werden. Waren es bisher vor allem Grafikprozessoren von Nvidia, die hier eingesetzt wurden, spielt an der Spitze nun vor allem Intels Xeon Phi-Prozessor eine wesentliche Rolle.

Traditionell kann die USA die meisten Systeme in der Top500-Liste vorweisen. Inzwischen hat China sich hier seit einiger Zeit unangefochten auf Rang 2 festgesetzt und Hochtechnologie-Staaten wie Japan, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hinter sich gelassen. Das gilt nun auch für die zusammengerechnete Performance der Supercomputer, wo bisher noch Japan auf dem zweiten Rang stand.

Hinsichtlich der Prozessorplattformen verfügt Intel inzwischen bei Supercomputern über fast einen so hohen Marktanteil wie bei PCs: Immerhin 80,4 Prozent der Systeme basieren auf den Chips des Konzerns, während früher noch mehrere andere CPU-Architekturen eine wichtige Rolle spielten.

Das am häufigsten auftauchende in Serie hergestellte Supercomputer-System ist der BlueGene/Q von IBM, der allein vier Mal in der Top10 auftaucht: Auf den Rängen 3, 5, 7 und 8. Um einen Rechner in der Top500 unterzubringen bedurfte es inzwischen außerdem einer Mindestleistung von 96,6 Teraflops, während vor sechs Monaten noch 76,5 Teraflops genügten. Die Leistung der 500 schnellsten Supercomputer zusammengenommen steigt außerdem weiterhin rapide an. Im letzten halben Jahr kletterte der Wert von 162 auf 223 Petaflops. Ibm, Supercomputer, Sequoia Ibm, Supercomputer, Sequoia asc.llnl.gov
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