Türkei: Verhaftungswellen gegen Social Media-User

Twitter, Türkei, Proteste Bildquelle: Arcadio
Auf die besondere Rolle, die soziale Medien für die anhaltende Protestbewegung spielen, reagiert der Staatsapparat offenbar mit zunehmender Härte.
Aktuellen Berichten aus dem Land zufolge liefen seit gestern erste Verhaftungswellen gegen Nutzer, die vermeintlich eine zentrale Rolle in der Verbreitung von Informationen und die Vernetzung der Protestierenden über Social Networks spielen. Vor allem Twitter sticht hier aufgrund seiner Schnelligkeit hervor.

So seien gestern beispielsweise in Izmir 16 Nutzer verhaftet worden, denen die Verbreitung staatsfeindlicher Propaganda vorgeworfen wird. In 38 Wohnungen wurden Hausdurchsuchungen durch die Polizei durchgeführt. Die Fahndung gegen viele weitere Personen läuft wohl, da diese wegen ihrer Teilnahme an den Protesten auf der Straße nicht zuhause angetroffen wurden.

Auch aus anderen Städten gibt es ähnliche Berichte. Allerdings ist es derzeit schwer, die Angaben tatsächlich zu verifizieren. Denn seitens der türkischen Medien werden die Geschehnisse im Land weitgehend verschwiegen, obwohl sich über die ganze Türkei hinweg vermutlich hunderttausende oder mehr Menschen beteiligen. Graffiti in IstanbulGraffiti in Istanbul (@teasyTHFC) Verhaftungen von Social Media-Nutzern würden allerdings ins Bild passen. Denn der türkische Staat geht rigoros gegen kritische Stimmen vor. Derzeit sitzen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen in dem Land beispielsweise 33 Journalisten wegen ihrer Arbeit im Gefängnis - so viel wie in keinem anderen Land der Erde. Hinter der Türkei liegen China mit 29 und Eritrea mit 28 verhafteten Journalisten. Hinzu kommt, dass der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan soziale Medien gerade als "die schlimmste Gefahr für die Gesellschaft" bezeichnet hat.

Unter den Aktivisten in der Türkei werden aufgrund der Vorfälle nun Hinweise ausgetauscht, wie man sich vor Verhaftungen schützen kann. So werden Smartphone-Nutzer beispielsweise dringend aufgefordert, die automatische Integration von Standort-Daten in Tweets zu deaktivieren, um der Polizei keine Hinweise auf die aktuellen Aufenthaltsorte zu liefern. Twitter, Türkei, Proteste Twitter, Türkei, Proteste Arcadio
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