Frei zugängliches Weltraum-Teleskop soll entstehen

Weltraum-Teleskope wie das legendäre Hubble, das bisher ungeahnte Bilder des Universums auf die Erde brachten, sollen zukünftig nicht mehr nur dem Zugang der Raumfahrt-Behörden und der Wissenschaftler unterliegen.

Aktuell hat das Unternehmen Planetary Resources damit begonnen, Gelder zu sammeln, um einen entsprechenden Satelliten zu realisieren, der vollständig für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Selbst interessierten Privatpersonen soll es dann möglich sein, Beobachtungszeit zu bekommen und eigene Bilder von Objekten im Weltall anzufertigen, wie sie mit einem erdgebundenen Teleskop nicht zu bekommen sind.

Arkyd - Ein Weltraumteleskop für Jedermann

Das Projekt soll über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert werden. Planetary Resources geht dabei mit einem beachtlichen, aber für ein solches Vorhaben auch nötigen Spendenziel von einer Million Dollar ins Rennen. Es ist durchaus realistisch, dass die Firma die fragliche Summe zusammenbekommt. Obwohl erst gestern mit dem Sammeln begonnen wurde, haben sich schon rund 2.800 Unterstützer bereiterklärt, über 300.000 Dollar zur Finanzierung des Weltraum-Teleskopes "Arkyd" bereitzustellen.

An der Entwicklung des Satelliten arbeiten dabei erfahrene Ingenieure mit. So besteht ein guter Teil des Teams beispielsweise aus Entwicklern, die schon an den verschiedenen Mars-Rovern der NASA mitgearbeitet haben. Dies kommt mit dem Bestreben von Planetary Resources zusammen, die Kosten für Raumfahrtprojekte für die Zukunft deutlich zu senken. Das Ziel der Firma besteht immerhin darin, in absehbarer Zeit kommerziellen Bergbau auf Asteroiden zu betreiben und dort beispielsweise verschiedene Metalle abzubauen.


Entsprechend will man bei der Entwicklung von Arkyd auf die bisherigen Erfahrungen mit anderen Weltraumteleskopen bauen, die Effizienz des Systems aber an vielen Punkten entscheidend verbessern. Wenn das benötigte Geld zusammenkommt, soll der Zugang zu dem Satelliten dann nach dem Start der Öffentlichkeit übergeben werden.

Dann sollen beispielsweise Studenten und Bildungseinrichtungen ihre eigenen Beobachtungen direkt mit einem Teleskop in der Erdumlaufbahn durchführen können. Die Entwickler wollen so auch einen Teil dazu beitragen, mehr junge Menschen durch praktische Erfahrungen dafür zu begeistern, sich für einen Lebensweg im Bereich der Natur- oder Ingenieurs-Wissenschaften zu begeistern. Außerdem will man die Raumfahrt ein Stück weiter zu einer Sache der Allgemeinheit machen.

Während allein das Ziel eines öffentlich zugänglichen Weltraum-Teleskops sicher schon viele Menschen dazu bringen würde, sich an der Finanzierung zu beteiligen, geht das Projekt-Team auf Nummer sicher und lockt mit verschiedenen Angeboten. Der Satellit soll dafür extra mit einem LCD und einem ausklappbaren Kamera-Arm ausgestattet werden. Spender können dann ein Bild von sich ins Weltall hochladen und bekommen eine Aufnahme zurück, auf der sie selbst auf dem Display des Satelliten erscheinen und die Erde im Hintergrund sichtbar ist. Außerdem winken natürlich eigene Beobachtungszeiten und Jahresmitgliedschaften in der Planetary Society, von der das Projekt unterstützt wird.
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Yay.. Duckface - Selfies vor dem Badezimmerspiegel sind out... Hurra auf Weltraum-Duckface-Sateliten-Selfies^^ Aber mal im erst klingt nach einer echt coolen Sache ich frage mich nur ob da auch wirklich wissenschaftlich verwertbares bei rumkommt oder eher nur dazu dient leute für das Thema zu interessieren..
 
@Lonnerd: Hängt wohl von der Leistungsfähigkeit des Teleskops ab. Um was sinnvolles damit anzustellen muss es schon ein gewissen Maß bieten.
 
@John2k: laut Kickstarter-Seite 200mm Brennweite mit Blende f/4 und einem 5.1 MP Sensor (Bauart konnte ich jetzt nicht finden... denke mal CCD). Dieses "Weltraumteleskop" ist etwas größer als ein Schuhkarton, im Grunde eine DSLR im Orbit. Bin gespannt, was dabei raus kommt.
 
@Tyndal: Nicht 200mm Brennweite, sondern 200mm Öffnung. Diese Öffnung bei Blende f/4 ergibt satte 800mm Brennweite. Vergleichbar mit einem handelsüblichen 8" Newtonteleskop was schon ein Klopper für den Privatgebrauch ist wo es anfängt richtig spannend zu werden. Also aufgrund der geringen Länge des Satelliten ein katadioptrisches System. Mit Hubble natürlich nicht vergleichbar. Aber der Umstand, dass es öffentlich zugänglich ist (für einen Obulus) und man nicht diesem sichtversperrenden Wasserdampf / tageszeitabhängigen Seeingeinflüssen unterliegt macht es natürlich sehr interessant. Sterne bis 19. Größenordnung...am Stadtrand kommt man gerade auf 5-7, auf dem Land mit dunklem Himmel auf ca. 8-10 je nach Seeing / Wetter ! Noch dazu ist das Teil 24/7 erreichbar und kein Sommer/Winterhimmelausschnitt wie bei uns...8" auf der Erde und 8" über den Wolken = himmelweiter Unterschied...im wahrsten Sinne ! Die 5.1 MP sind eh Overkill für DeepSky, sowie Planetenfotografie, also zuwenig ist das nicht.
 
Cool. Einfach nur gut.


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