ARD und ZDF fordern Gesetze für Netzneutralität

ARD und ZDF haben sich in einem Positionspapier für Netzneutralität ausgesprochen. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender fordern darin, durch regulatorische Maßnahmen, sprich Gesetze, Netzneutralität zu garantieren.

Dadurch solle sichergestellt werden, "dass es auch in Zukunft zu keinen Wettbewerbsverzerrungen oder -behinderungen bzw. zu ungerechtfertigten oder unangemessenen Priorisierungen von Inhalten kommt", heißt es dem fünfseitigen Dokument, das sich hier findet. ARD und ZDF sind offensichtlich mit der Situation nicht zufrieden.

Denn unter Punkt Vier ist zu lesen: "ARD und ZDF stellen fest, dass ihrerseits durch vertragliche Vereinbarungen mit Netzbetreibern eine nicht-diskriminierende Durchleitung eigener Inhalte nicht sichergestellt werden kann." Dies läßt sich durchaus als vorausschauende Kritik an den Drossel-Tarifen der Telekom interpretieren, die auch darauf abzielen, von fremden Content-Anbietern zu kassieren. Ein solches Modell existiert bereits jetzt beim Musikdienst Spotify.

Laut den Informationen hinter der PDF-Datei stammt das Papier schon aus dem Sommer 2011, wurde aber anscheinend erst jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Die öffentlich rechtlichen Sender stellten bereits damals fest: "Das offene Internet ist von zunehmender Bedeutung für die Verbreitung von Rundfunk sowie audiovisuellen Inhalten. Diese Offenheit ist auch ein wichtiges Element für Zugangsmöglichkeiten zu neuen Inhalten sowie neuen Kommunikationsformen außerhalb der klassischen Verbreitungsplattformen. Die Bedeutung der Offenheit wird noch weiter zunehmen angesichts der ansteigenden non-linearen Nutzung von Mediatheken, Online-Videoplattformen sowie Marktdurchdringung hybrider mit dem Internet verbundener Rundfunkendgeräte."


Derzeit macht eine offizielle Petition zur Netzneutralität von sich reden. Innerhalb kurzer Zeit erreichte die Petition schon fast 40.000 Unterschriften, 50.000 sind benötigt, damit sie im Fachausschuss des Bundestags diskutiert werden muss. Die Petition findet sich hier. Vieles deutet also daraufhin, dass die Politik sich mit dem sperrig klingenden Thema Netzneutralität noch intensiv auseinandersetzen wird.
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Und ich fordere jetzt mal "Rundfunkneutralität" und zwar im Sinne einer Drosselung der GEZ-Gebühr auf 0 Euro! Okay, okay, man wird ja mal träumen dürfen...
 
[re:1] JoePhi am 23.05.13 19:46 Uhr
(+16
@florian29: Bitte nicht. Ohne diese Abgabe müsste man auf guten Journalismus und kulturelle und lokale Beiträge völlig verzichten und käme nur noch den privaten Müll vorgesetzt. Eine Neuordnung und Entschlackung: JA! Eine Abschaffung: Bloß nicht!
 
@JoePhi: Doch eine Abschaffung der Zwangsgebühr muss her. Sollen sie halt ein Premiumangebot werden für das man freiwillig zahlt.
 
[re:3] Memfis am 23.05.13 20:29 Uhr
(+11
@JoePhi: Ja, toller Journalismus, wenn man einseitig, ja sogar hetzerisch und mit falschen Aussagen Stimmung macht. Ich verweise hier immer wieder gerne auf mein Lieblingsvideo in diesem Zusammenhang: http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak Und bevor jetzt die aussage kommt "Das ist Jahre her." Das letzte prominente Opfer eines solchen Journalismus war bekanntermaßen Amazon, wo man Aussagen und Bilder so gedreht und geschnitten hat, dass sie negativ sind. Aber träum mal weiter von einem guten Journalismus im öffentlich-rechtlichen.
 
@JoePhi: Naja, "guten Journalismus" bekommt man heute eh (wenn überhaupt) nur noch auf Blogs und unabhängigen Seiten. Leider sind die ÖR aus journalistischer Sicht aber alles andere als unabhängig (von den Privaten will ich jetzt gar nicht erst reden ;-)). Aber bei den guten kulturellen und lokalen Beiträgen gebe ich dir Recht! Da gibt es auf den ÖR Sendern wirklich immer wieder sehr gute und interessante Beiträge. Aber leider laufen die "besten" Beiträge meist zu Zeiten, an denen ein normaler Berufstätiger keine Zeit hat (insbesondere spät Abends bzw. Nachts). Ich bin kein Feind der GEZ, aber kann dennoch diejenigen verstehen, die die ÖR lieber zu PayTV-Sendern machen würden. Ich für meinen Teil zahle aber gerne die GEZ, da ich dafür etwas zurückbekomme. Aber das geht eben auch nur über die Masse (wozu auch die Zahlungen der GEZ "Hasser" zählen).


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