CCC macht das Grundgesetz für alle nachvollziehbar

Der Chaos Computer Club (CCC) will am Beispiel des Grundgesetzes die Vorzüge von Open Data demonstrieren und ermöglicht auf einer neuen Plattform einen neuen und umfassenden Blick auf das Dokument.

Mit der eigens entwickelten Plattform DocPatch soll anlässlich seines 64. Geburtstages jeder die Entwicklung des Grundgesetzes in Graphiken und Text nachvollziehen können, teilte der Verein mit. Das an den Grundprinzipien von Open Data orientierte Projekt soll zum Ausprobieren, Mitmachen und Nachmachen einladen.

DocPatch ermöglicht für Menschen aber auch Maschinen das Nachvollziehen aller Veränderungen des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1949. Die Plattform enthält den vollständigen, maschinenlesbaren Gesetzestext zuzüglich passender Metadaten, die damit in Verbindung stehen und durch eine Webseite zugänglich gemacht werden. Neben verschiedenen Datumsangaben jeder einzelnen Änderung finden sich dort Abstimmungsverhältnisse sowie eine Liste der Unterzeichner.


Entwickelt wurde DocPatch vom Chaospott, dem Erfa-Kreis des CCC in Essen. "Wir wollen am Beispiel des Grundgesetzes die Möglichkeiten von Open Data in anschaulicher Form zeigen", erklärte Manuel Prinz vom Chaospott. "Unsere Entwicklung ist offen und erweiterbar, so kann sie jeder für andere Inhalte nutzbar machen."

DocPatch sei ein Werkzeug, um die Entwicklung der deutschen Verfassung transparenter zu machen. Das Grundgesetz ist für das Projekt aber nur der erste Ansatzpunkt und soll zum Mitmachen und zur Übertragung auf andere Gesetzestexte oder Parteisatzungen einladen. "Es war aufwendig, alle relevanten Daten aus öffentlichen Quellen zusammenzusuchen und aufzubereiten", merkte Heisig an. "Trotz alledem bringt Gesetzehacken enormen Spaß!"

Die Änderungen werden einerseits als Zeitleiste präsentiert, so daß der historische Kontext nachvollzogen werden kann. Außerdem ist es möglich, die Veränderungen zwischen zwei beliebigen Grundgesetz-Fassungen anzeigen zu lassen. Auch die umgekehrte Fragestellung, wer nämlich wie viele Änderungen zum Grundgesetz bei- und mitgetragen hat, läßt sich dank der vom Projekt zusammengetragenen Metadaten mit wenigen Klicks beantworten.
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das projekt halt ich für unsinnvoll. wenn das grundgesetz demnächst abgeschafft wird, weil dran halten tut sich ja eh keiner wenns nich unbedingt sein muss, ists überflüssig. edit: ach halt, ich hab den geschichtlichen aspekt für zukünftige historiker vergessen, also doch alles gut ^^
 
@DataLohr: Also in letzter Zeit ist das Verfassungsgericht der Regierung des öfteren in die Parade gefahren, sprich die die es "anders ausgelegt" haben wurden korrigiert. Ist ja nicht so dass auch der gemeine Bürger nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit "mogelt" wen es ihm in den Kram passt^^
 
@DataLohr: Bildzeitungs-Leser? Verschwörungstheoretiker? Weiß nicht, unser Grundgesetz funktioniert eig. ziemlich gut.
 
@DataLohr: Das Grundgesetz wird abgeschafft? Von wem? Warum? Lies' mal Art. 79 (3). Das Grundgesetz ist wehrhaft und kann eigentlich nicht abgeschafft werden. Und die Wehrhaftigkeit ist auch gut so, jeder Deutsche kann mit geeigneten Mitteln, notfalls auch physischer Gewalt, gegen jeden vorgehen, der ernsthaft das GG abschaffen will (z. B. gegen evtl. zukünftige Diktatoren, religiöse Spinner usw. usf.).
 
@DataLohr: Obwohl nur als Übergang gedacht, hat sich das Grundgesetz bewährt und ist eines der forschrittlichsten und einzigartigsten Verfassungsdokumente der Welt. Wieso sollte das abgeschafft werden?


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