EU: Urheberrechtsabgaben generell in Frage gestellt

Eu, Europa, Flagge, Europäische Union Bildquelle: Nicolas Raymond / Flickr
In Sachen Urheberrechtsabgaben kommt wohl von Seiten der EU Bewegung in die bisherigen nationalen Regelungen. Ein aktuelles Gutachten empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen zur Vereinfachung der Lage. Als unabhängiger Experte hat der Mediator António Vitorino ein Jahr lang die unterschiedliche Praxis der pauschalen Abgaben für Privatkopien in der EU mit allen Beteiligten erörtert. In der kommenden Woche will nun der Rat für Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union mit den Beratungen über seinen Bericht beginnen.

"Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich dafür stark macht, dass die ausgewogenen Vorschläge nun rasch umgesetzt werden", erklärte der Hauptgeschäftsführer des IT-Branchenverbandes BITKOM, Bernhard Rohleder, anlässlich dessen. "Die Empfehlungen dieses anerkannten und neutralen Experten sollten gerade in Deutschland beachtet werden."

Unter anderem kommt der Vitorino-Bericht zu dem Schluss, dass lizenzierte Inhalte eine direkte Vergütung des Urhebers erlauben und daher Kopien des privaten Verbrauchers keinen Schaden für den Urheber bedeuten. Werde aber parallel eine Pauschalabgabe für das für die Anfertigung der Kopie genutzte Gerät erhoben, so entstehe für den Verbraucher eine Doppelbelastung.

Vitorino empfiehlt außerdem, die nationalen Abgabensysteme in den EU-Staaten miteinander in Einklang zu bringen, um bestehende Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. Schließlich rät der Mediator dazu, die Abgabenpflicht von Herstellern und Importeuren auf den Einzelhandel zu verlagern. Neben der größeren Transparenz für den Verbraucher und Vereinfachungen beim Export könnten dadurch gewerbliche Nutzer, die von der Privatkopie keinen Gebrauch machen dürfen und damit auch keine Abgaben zahlen müssen, leichter von der Abgabe befreit werden.

Über diese kurzfristigen Verbesserungsvorschläge hinaus hat Vitorino aber auch grundsätzliche Zweifel am bestehenden System angemeldet und schlägt eine intensivere Debatte über Alternativmodelle vor. Nach derzeitigem Recht sind private Kopien von urheberrechtlich geschützten Musikstücken, Filmen oder Texten in begrenztem Umfang erlaubt. Im Gegenzug erhalten die Rechteinhaber eine Entschädigung. Die entsprechenden Pauschalabgaben werden auf Geräte wie Personal Computer, MP3-Player, Smartphones etc. erhoben, aber auch auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge.

Neuere Geschäftsmodelle in der Medienwelt stehen mit diesem System aber in Konflikt. Bei Cloud- oder Streaming-Diensten erwirbt der Kunde beispielsweise meist gar keine Datei mehr, die lokal abgespeichert und kopiert werden kann. Der Anbieter kann zudem über DRM-Systeme entscheiden, ob und wenn ja wie viele lokale Kopien er zulässt. Eu, Europa, Flagge, Europäische Union Eu, Europa, Flagge, Europäische Union Nicolas Raymond / Flickr
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren18
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Wöchentlicher Newsletter

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 15:59Huawei Ascend P7 Mini SmartphoneHuawei Ascend P7 Mini Smartphone
Original Amazon-Preis
269
Blitzangebot-Preis
228,65
Ersparnis 15% oder 40,35
Jetzt Kaufen
Im WinFuture Preisvergleich

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Tipp einsenden