EU: Urheberrechtsabgaben generell in Frage gestellt

In Sachen Urheberrechtsabgaben kommt wohl von Seiten der EU Bewegung in die bisherigen nationalen Regelungen. Ein aktuelles Gutachten empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen zur Vereinfachung der Lage.

Als unabhängiger Experte hat der Mediator António Vitorino ein Jahr lang die unterschiedliche Praxis der pauschalen Abgaben für Privatkopien in der EU mit allen Beteiligten erörtert. In der kommenden Woche will nun der Rat für Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union mit den Beratungen über seinen Bericht beginnen.

"Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich dafür stark macht, dass die ausgewogenen Vorschläge nun rasch umgesetzt werden", erklärte der Hauptgeschäftsführer des IT-Branchenverbandes BITKOM, Bernhard Rohleder, anlässlich dessen. "Die Empfehlungen dieses anerkannten und neutralen Experten sollten gerade in Deutschland beachtet werden."

Unter anderem kommt der Vitorino-Bericht zu dem Schluss, dass lizenzierte Inhalte eine direkte Vergütung des Urhebers erlauben und daher Kopien des privaten Verbrauchers keinen Schaden für den Urheber bedeuten. Werde aber parallel eine Pauschalabgabe für das für die Anfertigung der Kopie genutzte Gerät erhoben, so entstehe für den Verbraucher eine Doppelbelastung.


Vitorino empfiehlt außerdem, die nationalen Abgabensysteme in den EU-Staaten miteinander in Einklang zu bringen, um bestehende Wettbewerbsverzerrungen abzubauen. Schließlich rät der Mediator dazu, die Abgabenpflicht von Herstellern und Importeuren auf den Einzelhandel zu verlagern. Neben der größeren Transparenz für den Verbraucher und Vereinfachungen beim Export könnten dadurch gewerbliche Nutzer, die von der Privatkopie keinen Gebrauch machen dürfen und damit auch keine Abgaben zahlen müssen, leichter von der Abgabe befreit werden.

Über diese kurzfristigen Verbesserungsvorschläge hinaus hat Vitorino aber auch grundsätzliche Zweifel am bestehenden System angemeldet und schlägt eine intensivere Debatte über Alternativmodelle vor. Nach derzeitigem Recht sind private Kopien von urheberrechtlich geschützten Musikstücken, Filmen oder Texten in begrenztem Umfang erlaubt. Im Gegenzug erhalten die Rechteinhaber eine Entschädigung. Die entsprechenden Pauschalabgaben werden auf Geräte wie Personal Computer, MP3-Player, Smartphones etc. erhoben, aber auch auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge.

Neuere Geschäftsmodelle in der Medienwelt stehen mit diesem System aber in Konflikt. Bei Cloud- oder Streaming-Diensten erwirbt der Kunde beispielsweise meist gar keine Datei mehr, die lokal abgespeichert und kopiert werden kann. Der Anbieter kann zudem über DRM-Systeme entscheiden, ob und wenn ja wie viele lokale Kopien er zulässt.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
im in frage stellen sind sie ja auch spitze, mit antworten hängen sie etwas hinterher^^ nichtsdestotrotz ist das ja schon mal ein vielversprechender anfang. nur im versprechen sind sie auch spitze, die politikas :-)
 
@Fallguy: Und Du im Dummschwätzen. Eine gerechte und faire Lösung für das Problem zu finden, ist genauso schwer wie das Lösen des Hungerproblems in Afrika.
 
@GerdGyros: ach naja wenn man sich so ansieht wie lange selbst belanglose dinge vom zur sprache bringen bis zum beschluss oder gar zur durchsetzung brauchen und mir dabei diese profilneurotiker, die offiziell im interesse ihres landes handeln, letztendlich aber nur von lobbyisten herumgeschubst werden, ansehe, kann man schon mal zu zynischen bemerkungen hingerissen werden, auch wenn meine meinung ganz sicher nicht fundiert ist aber das ist das schöne an einer meinung ^^ und so fasse ich deinen kommentar jetzt einfach mal ironisch auf ;-)
 
@GerdGyros: ich habe noch keinen verhungerten Urheber gesehen. Dafür jede Menge verhungerter Kinder in Afrika. Darüber sollten die Herschaften mal nachdenken.
 
@GerdGyros: Also früher als eine Privatkopie in vollem Umfang zulässig war gab es nicht mal ne Debatte zu dem Thema, auch nicht von Seiten der Urheber, vermutlich weil es denen so schlecht ging das sie gar nichts mehr sagen konnten oder wie ? Wenn man den Urhebern das was ihnen genaugenommen nicht zusteht abziehen würde weil gar kein Mehrwert eher Minderwert gegenüber früher zu verzeichnen ist, und es nach Afrika schicken würde, wäre das Problem der Hungersnot gelöst, um mal deinen Vergleich aufzugreifen.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles