Pirate Bay-Gründer will für Piraten ins EU-Parlament

Peter Sunde, einer der Gründer der BitTorrent-Plattform The Pirate Bay, will sich als Kandidat für die Wahlen zum Europaparlament im kommenden Jahr aufstellen lassen.

Sunde ist zwar selbst in Schweden geboren und lebt auch dort, die Wurzeln seiner Familie liegen allerdings in Finnland. Jetzt will er für den dortigen Ableger der Piratenpartei, die Piraattipuolue, in den Wahlkampf ziehen. Während die Piraten in Schweden bereits mit zwei Vertretern im europäischen Parlament vertreten sind und über Vertreter verfügen, die sogar über Landesgrenzen hinaus bekannt sind, ist dies in Finnland noch nicht der Fall.

"Ich tue, was ich kann, um dabei zu helfen, die heute bestehenden Probleme zu lösen - wie auch jene, vor denen wir in Zukunft stehen werden", erklärte Sunde seine Motivation gegenüber dem Magazin TorrentFreak. "Auch wenn ich kein Politiker bin, aber vielleicht auch gerade deshalb, denke ich, dass meine Erfahrungen und mein Wissen dabei helfen können, Lösungen zu finden, die wir heute brauchen."


Einer der Schwerpunkte seiner Arbeit soll natürlich das Urheberrecht sein. Dieses Rechtskonzept müsse seiner Ansicht nach völlig neu gedacht werden. "Das Urheberrecht ist nicht das, womit die Künstler Geld verdienen, sondern vor allem ihre Vermittler und Distributoren", erklärte Sunde. Er stehe für eine Legalisierung des nichtkommerziellen Filesharings und ein deutlich stärkeres Kultursponsoring. Weiterhin sollten seiner Ansicht nach mehr Mittel für die Musikausbildung und Einrichtungen, in denen junge Menschen Musik machen können, bereitgestellt werden. "Das wäre im Sinne des kulturellen Fortschritts sinnvoller als eine Ausweitung des Urheberrechts", sagte Sunde.

Aber auch in anderen Kernthemen der internationalen Piratenparteien sieht sich Sunde gut aufgehoben und will diese auf europäischer Ebene vertreten. "Ich denke, dass es für uns gute Möglichkeiten gibt, in der EU Einfluss zu nehmen und ich möchte ein Teil dessen sein", erklärte er. Bei den finnischen Piraten zeigte man sich natürlich erfreut, einen solch prominenten Kandidaten vorweisen zu können, der auch noch so gut zur Ausrichtung der Partei passt. Allerdings steht noch ein Hindernis vor einer politischen Aktivität von Sunde: In Schweden muss er noch ein Jahr Gefängnisstrafe absitzen, zu der er wegen seiner Beteiligung an The Pirate Bay verurteilt worden war.
Mehr zum Thema: Filesharing
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Go Peter!
 
Ich sehe schon die ganzen Konservativen Parteien mit den Fingern auf ihn zeigend, als wenn er ein Krimineller wäre. Ich hoffe auf Erfolg!
 
@s3m1h-44: like
 
@s3m1h-44: ....das spielt keine Rolle - so lange genügend Bürger diese Parlamentarier verdeckt filmen...in Situationen, die diese Parlamentarier offensichtlich als Kriminelle entlarven....denn schon alleine die Tatsache, daß sie auf andere zeigen, bedeutet: daß sie von sich abzulenken suchen.
 
@geiselhammer: Der kann alles filmen. Ich mache die Erfahrung selber auch gerade und das Problem ist die Bevölkerung: Die interessiert sich nicht dafür! (leider)


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