Microsoft-Entwickler: Warum Windows langsamer ist

Daten, Virtualisierung, Code Bildquelle: Free for Commercial Use / Flickr
In der üblichen Diskussion um die Qualität des Inneren von Betriebssystemen, wie sie unter Enthusiasten seit Jahren geführt wird, meldete sich nun ein Microsoft-Entwickler zu Wort und gestand die Probleme von Windows ein. "Windows ist in vielen Szenarios in der Tat langsamer als andere Betriebssysteme und die Kluft wird breiter", erklärte er in einer Antwort auf einen Beitrag des Open Source-Entwicklers Marc Bevand, der auf der Plattform Hackernews einige Beispiele angeführt hatte. Allerdings lenkte das inzwischen im Original wieder gelöschte Posting des anonym gebliebenen Microsoft-Mitarbeiters die Debatte in eine recht unerwartete Richtung.

Während solche Diskussionen häufig dazu führen, dass insbesondere die Linux-Verfechter das kommerzielle Konkurrenzprodukt verteufeln und die andere Seite eine Verteidigungshaltung einnimmt, räumte der Entwickler hier nicht nur ein, dass es tatsächlich Probleme gibt, sondern versuchte auch eine tiefergehende Erklärung dafür zu finden.

Und diese liegt nicht darin, dass die Linux-Comunity bessere Entwickler mit klügeren Ideen hätte. "Der Grund des Problems ist sozialer Natur", erklärte er. Bei Microsoft gebe es im Grunde keine Verbesserung am System, die Programmierer vornehmen, weil sie sich dafür begeistern können und anschließend den Ruhm der Community ernten, wie es bei Linux der Fall sei.

"Bisweilen sieht man diese naiven Leute, die versuchen, etwas besser zu machen. Diese scheitern aber im Grunde immer", berichtete der Microsoft-Entwickler. Dies komme aber keineswegs daher, dass man bei dem Unternehmen nicht daran interessiert sei, das eigene Betriebssystem zu verbessern. Statt dessen würden sich hier die systemischen Eigenarten eines solche großen Konzerns auswirken. Letztlich bewege sich nicht etwa dann etwas, wenn ein Entwickler eine gute Idee hat, sondern wenn der geschäftliche Efolg davon abhängt.

"Wir haben begonnen, uns um die Sicherheit zu kümmern, weil Windows XP vor dem Service Pack 3 zu einer existenziellen Bedrohung des Geschäftes wurde", erklärte er. Die zuweilen geringe Performance sei hier hingegen nichts wirklich Entscheidendes.

Wie es in der Praxis läuft, zeige letztlich auch ein Vergleich dessen, wie die Verantwortlichen für eine bestimmte Komponente mit Verbesserungsvorschlägen von Außen umgehen. "Wenn du beim Linux-Kernel auf diese Weise die Performance um 5 Prozent verbesserst, ist man dir dankbar", so der Programmierer. Bei Microsoft hingegen verärgere man den eigenen Vorgesetzten, weil der neue Patch gewartet und nach oben gerechtfertigt werden muss; man verärgert die Tester, weil man ihnen zusätzliche Arbeit macht; und man verärgert das Produktmanagement, dass sich um die möglichen Folgen kümmern muss. Daher sieht man auf unterster Ebene von freiwilligen Beiträgen lieber ab. Quellcode, Code, Programmiersprache, Php, Source Code Quellcode, Code, Programmiersprache, Php, Source Code Free for Commercial Use / Flickr
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