Apps: Rückgaberecht oder Demo sollen Pflicht werden

Digitale Güter wie Apps, Musik oder Filme sollen ebenso mit einem Rückgaberecht versehen werden, wie physische Produkte. Das forderte Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU)
"Ein Rücksenderecht gibt es für jedes Kleidungsstück, eine App muss ich aber behalten, sobald ich sie heruntergeladen habe. Ob sie mir gefällt oder nicht", kritisierte Puttrich im Vorfeld der im Mai in Bad Nauheim stattfindenden Verbraucherschutzministerkonferenz die derzeitige Rechtslage. Aktuell erlösche das Widerrufsrecht beim Kauf digitaler Güter wie beispielsweise Apps mit dem Download.

"Beim Download von Apps sind ein Widerruf des Vertrages und eine Rückgabe bisher oft nicht möglich. Das ist dem Verbraucher meist nicht bewusst. Der Verbraucher muss aber die Chance haben, sich zu entscheiden, ob ihm ein Produkt gefällt oder nicht", betonte die Ministerin. Sie forderte die Bundesregierung daher auf, sich bei der Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie in nationales Recht für einen Ausgleich für das beim Kauf digitaler Güter mit Beginn des Downloads erlöschende Widerrufsrecht einzusetzen.

Ein solcher Ausgleich könnte etwa in der Verpflichtung der Anbieter bestehen, dem Verbraucher eine Demoversion der Dateien, seien es Software, Apps oder Musik anbieten zu müssen. Bei Musik ist dies in den meisten Download-Shops bereits in Form von Ausschnitten der Fall. Und auch bei Apps ist dies möglich, wie das gut funktionierende Modell der In-App-Purchases zeigt, bei denen der Nutzer kostenlos eine Basis-Version des Programmes erhält und die volle Funktionalität nachkaufen kann.

Puttrich will sich auf der Verbraucherschutzministerkonferenz zudem für mehr Transparenz und Klarheit der Informationen beim mobilen Einkauf stark machen. "Die wesentlichen Informationen für die Nutzer und Einwilligungserklärungen müssen so gestaltet sein, dass sie auf den Endgeräten angemessen zur Kenntnis genommen werden können und der Verbraucher diesen zustimmen kann. Hierfür müssen die Geräte-Hersteller und Entwickler von Apps sorgen", erläuterte die Politikerin.

Auch die Transparenz bei der Kaufabwicklung müsse verbessert werden. "Die Zahl der Verbraucher, die mit ihren mobilen Endgeräten Tickets kaufen, Bankgeschäfte abwickeln oder online einkaufen, nimmt immer mehr zu. Um diesem Trend verbraucherfreundlich zu begegnen, müssen die Verbraucher klar verständliche und übersichtliche Informationen erhalten", sagte die Ministerin. Sie sprach sich generell für entsprechende Informations- und Aufklärungskampagnen aus, um die Verbraucherbildung im digitalen Verbraucherschutz voranzubringen. Apple, Apps, App Store, Appstore Apple, Apps, App Store, Appstore Apple
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