Opera verklagt Entwickler nach Wechsel zu Mozilla

Der norwegische Softwarehersteller Opera hat einen ehemaligen Mitarbeiter auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt, weil er Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens an den konkurrierenden Browser-Anbieter Mozilla weitergegeben haben soll.

Nach Angaben der norwegischen Zeitung Dagens Næringsliv wirft Opera dem Musiker und Produktdesigner Trond Werner Hansen vor, geheime Informationen mit zu seinem neuen Arbeitgeber Mozilla genommen zu haben. Opera verlangt deshalb die Zahlung Schadenersatz in Höhe von 20 Millionen Kronen, was umgerechnet gut 2,62 Millionen Euro entspricht.

Hansen war nach eigenen Angaben seit Ende der Neunzigerjahre bis 2010 mehrfach für Opera tätig und hat insgesamt mehr als acht Jahre bei dem Unternehmen verbracht. Seit 2012 war er als Berater für das Team hinter Mozillas freiem Browser Firefox tätig. Thema der Auseinandersetzung zwischen Hansen und Opera sind offenbar eher kleinere Anpassungen am Design von Browsern, wie etwa die Anordnung der Such-Buttons und die Platzierung der Funktion zum Aufruf der Lesezeichen eines Nutzers.

Opera geht davon aus, dass Hansen Geschäftsgeheimnisse des Unternehmens an Mozilla verraten haben soll und beruft sich dabei unter anderem auf eine per Stream ins Internet übertragene Präsentation des Designers. Hansen hingegen gibt an, seine Ideen zunächst gegenüber Opera und später auch gegenüber Mozilla geäußert zu haben. Er habe bei seinem Weggang von Opera nicht das Gefühl gehabt, dass seine Ansätze Früchte trugen, was er auch das Management wissen ließ.

Die Konzepte stammen laut Hansen aus seiner Zeit bei Opera und er habe sich auch damit beschäftigt, einen eigenen Browser zu entwickeln. Es gab jedoch keine Vereinbarung, dieses Vorhaben unter dem Dach von Opera umzusetzen, so Hansen. Später war er dann als Berater für Opera tätig. Er habe seine Ideen stets als sein Eigentum betrachtet, auch weil sie nie von Opera umgesetzt wurden.


Operas Anwalt ließ zu dem Thema verlauten, dass Hansen gegen die Vereinbarungen aus seinem Vertrag mit Opera verstoßen habe, die unter anderem die Loyalität gegenüber dem Unternehmen und eine Geheimhaltung von Details der Zusammenarbeit umfassen. Hansen geht davon aus, dass Opera durch seine spätere Tätigkeit für Mozilla keinerlei Schaden entstanden sei und noch immer keine Klarheit darüber besteht, was das Unternehmen als sein Eigentum betrachtet.

Opera wollte sich selbst zu dem Fall nicht äußern, sondern verwies Anfragen der Medien an seinen Anwalt. Die Klage soll im August erstmals vor Gericht verhandelt werden. Hansen hatte unter anderem mit dem Firefox-Team an dessen Mobil-Browser "Junior" gearbeitet und an der Gestaltung von dessen Oberfläche mitgewirkt.
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Ein neues Wort für 'klagen'? Opera!
 
@Menschenhasser: naja, egal was du in der Zeit der Firma "entwickelst" oder entwirfst,k es gehört der Firma, das steht eben auch im Arbeitsvertrag. Selbst dann wernn diese Idee nicht umgesetzt wird. Hab selbst im IT Bereich gearbeitet und weiß wie es da läuft. Ich finde das von Opera auch ****** aber es ist nun einmal so. Operta hat es hat "nötig", ist ja nicht der erste Vorfall der Firma...
 
@M. Rhein: Das ist so nicht unbedingt korrekt. Denn auch in einer Firma sind deine Erzeugnisse dein (geistiges) Eigentum und das Unternehmen muss das mit dir vertraglich regeln.
 
@kkp2321: Wenn du zum Beispiel als Grafiker in einer Firma Grafiken erstellst ist das nicht "dein" geistiges Eigentum sondern das Eigentum der Firma. Wenn man es nichts schriftlich anders vereinbart (was hier anscheinend nicht geschehen) hat man pech gehabt. Ist auch ein gaaaanz schweres Thema...
 
@M. Rhein: wenn ich mich richtig erinnere, dann war das zumindest hier in deutschland so, dass der angestellte natürlich das urheberrecht hat, also das geistige eigentum besitzt. die firma aber hat das copyright. ;)


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