Super-Sensor entdeckt Hinweise auf Dunkle Materie

Iss, Raumstation, AMS Bildquelle: NASA
Ein zwei Milliarden Dollar teures Sensor-System hat offenbar Hinweise auf die Antwort einer der brennendsten Fragen der Wissenschaft gefun­den: Die bisher nur theoretisch angenommene Dunkle Materie könnte tatsächlich existieren.
Bei der vorletzten Space Shuttle-Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA hat die "Endeavour" im Mai 2011 unter anderem das "Alpha Magnetic Spectrometer" (AMS) zur Internationalen Raumstation ISS transportiert. Seitdem war das komplizierte Sensor-System damit beschäftigt, Elektronen und Positronen aus den Tiefen des Weltalls aufzufangen und zu analysieren.

Rund 25 Milliarden von Teilchen wurden über viele Monate hinweg vermessen. Darunter befanden sich auch 400.000 Positronen, deren Eigenschaften sich recht gut mit den theoretischen Vorhersagen dessen deckten, wie Dunkle Materie beschaffen sein müsste. Das teilte das Kernforschungszentrum CERN, das an dem internationalen Projekt beteiligt war, nun in Genf mit.

Die Idee zur Existenz der Dunklen Materie kam auf, als die Astronomen erstmals die Möglichkeit hatten, die Bewegung und die Zusammensetzung von Galaxien zu vermessen. Dabei tauchte ein gewaltiges Problem auf: Die sichtbare Materie bewegte sich völlig anders, als es die Gesetze der Gravitation vorschreiben würden. Alpha Magnetic Spectrometer (AMS)Das AMS an der Raumstation Die Daten ließen im Grunde nur zwei Schlüsse zu: Entweder die lange in der Praxis bewährten Theorien über Gravitation, Raum und Zeit sind eigentlich komplett falsch, oder es gibt im Universum Materie, die nicht mit elektromagnetischen Wellen reagiert und damit weder im Licht noch in anderen Spektren sichtbar ist, aber trotzdem einen Einfluss auf die Gravitation ausübt. Dieser Stoff müsste außerdem in einem weit größeren Umfang vorkommen, als die sichtbare Materie, um die Bewegung der Galaxien erklären zu können.

Bisherige Versuche, der Dunklen Materie auf die Spur zu kommen, konnten zwar schon den Hauch von Hinweisen geben, allerdings waren die Instrumente noch zu grob. Erst das AMS versprach eine ausreichend hohe Genauigkeit, um die vermuteten Teilchen wirklich aufzuspüren. Aktuell sieht es so aus, dass die vorhergesagten Teilchen tatsächlich aus allen Richtungen des Raums eingefangen werden können.

Für die Wissenschaftler ist es allerdings noch zu früh, um in Euphorie zu verfallen. Denn Entdeckungen mit dieser Tragweite müssen vielfach überprüft und bestätigt werden. Grundsätzlich könnten die analysierten Teilchen auch einen anderen Ursprung haben - wie beispielsweise einen Pulsar, also einen Neutronenstern, der sich teils in Bruchteilen von Sekunden um sich selbst dreht. Und auch wenn sich die jetzigen Beobachtungen bestätigen, wäre dies wohl nur der Anfang eines völlig neuen Forschungszweiges der Physik und Astronomie. Iss, Raumstation, AMS Iss, Raumstation, AMS NASA
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