Hintergründe zum Ende des Google-RSS-Readers

Mitte März wurde vom Suchmaschinenriesen bekannt gegeben, dass der beliebte Google-RSS-Reader im Sommer eingestellt wird. Laut einem Medienbericht gaben personelle Gründe den Ausschlag, diese sind aber sekundärer Natur.

Wie das Blog 'AllThingsD' berichtet, waren es "versteckte Kosten", die zum Aus für den populären Google-Reader geführt haben. Das Blog will von Insider-Quellen erfahren haben, dass die Überwachung der Regeln, insbesondere im Zusammenhang mit Privatsphäre, zum für 1. Juli 2013 angekündigten Ende des Readers geführt hätten.

Zumindest teilweise "schuld" ist, dass Google nicht gewillt war, Personal für diverse administrative Belange abzustellen. Gemeint sind Mitarbeiter, die sich um rechtliche Themen sowie jene, die im Zusammenhang mit der Privatsphäre stehen, kümmern. Laut AllThingsD hatte das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View nicht einmal einen Produktmanager oder Full-Time-Techniker, der sich um den Google-Reader kümmert.

Ein Verkauf sei ebenfalls nicht möglich gewesen, heißt es, da der Reader zu tief in den Google-Apps integriert sei. Kurz gesagt: Der Reader war für das Unternehmen zu viel Aufwand, brachte aber zugleich wenig Nutzen bzw. Profit oder Umsatz.

Laut der von AllThingsD genannten Quelle versucht Google derzeit generell seine "Angriffsfläche" zu reduzieren und rechtliche Auseinandersetzungen soweit wie nur möglich zu vermeiden. Zuletzt musste man sich beispielsweise mit Klagen rund um das Sammeln von WLAN-Daten herumschlagen.


Es ist zwar nicht ganz klar, welche Privatsphären-Themen Google beim Thema RSS tatsächlich gefürchtet hat, man hält das Risiko aber in jedem Fall für zu groß. Für Google lohnt sich das Thema eben nicht, wie auch Nick Baum, einer der ursprünglichen Reader-Produktmanager bestätigt: "Wenn es bei Google ein Produkt gibt, das kein Geld abwirft, dann muss es schon 100 Millionen Nutzer haben, damit es dennoch gemacht wird."

Siehe auch: Frühjahrsputz - Google stellt seinen RSS-Reader ein
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Schade, aber durchaus verständlich...
 
@Puncher4444: Leistungsschutzrecht und ähnliche Konstrukte? In Google würden ja die Ausschnitte angezeigt werden, die die Publisher per RSS genau zu diesem Zweck verbreiten... Schizophren...
 
@JanKrohn: Sowas habe ich mir auch gedacht... Aber so lange von Google nix offizielles kommt, bleibt das halt alles nur Spekulation!
 
Google hat doch auch sonst für jeden Spaß Geld übrig. Ich kann mir übrigends nicht vorstellen dass Chrome OS hundert Millionen Nutzer bis dato besitzt, aber das wird sicher anders gewichtet. Weiterhin schade um den Reader, ich nutze dieses Produkt regelmäßig.
 
@stenosis: Vielleicht fährt Chrome ja auch ohne die 100 Millionen Nutzer Gewinn ein. ;)


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