Botnetz schadet der Werbebranche mit Massenklicks

Ein neu entdecktes Botnetz fügt der Online-Werbebranche in den USA gerade großen Schaden zu. Die "Chameleon" getaufte Infrastruktur simuliert den Aufruf von Webseiten und klickt die dort geschalteten Anzeigen an.

Enttarnt wurde das Botnetz von dem auf die Analyse von Werbekampagnen spezialisierten Dienstleister Spider.io. Nach dessen nun veröffentlichten Erkenntnissen waren die ersten Aktivitäten, die auf die Schad-Infrastruktur zurückgeführt werden können, gegen Ende des letzten Jahres zu verzeichnen. Seitdem rufen die infizierten Rechner immer wieder Webseiten aus einer Liste auf, die rund 200 Adressen umfasst.

Die Entwickler der Malware sollen laut der Analyse viel Wert darauf gelegt haben, die automatisierten Aktivitäten so zu gestalten, dass sie nur schwer erkannt werden. So werden Systemen zur Analyse der Bewegung des Mauszeigers beispielsweise Daten zu Verhaltensweisen präsentiert, die denen eines menschlichen Nutzers sehr ähnlich sind. Auch die Klickraten liegen auf etwa gleichen Niveau. So sollen Maßnahmen gegen betrügerische Werbeklicks weniger gut greifen.


Nach Angaben von Spider.io sollen allein durch das Botnetz rund 9 Milliarden Werbe-Impressions pro Monat generiert worden sein. Das ist deutlich mehr als die Hälfte der aktuell insgesamt 14 Milliarden Impressions, die bei den betroffenen Seiten anfallen. Insgesamt rund 120.000 Rechner, die in dem Botnetz zusammengeschlossen sind, sollen an dieser Arbeit beteiligt sein. Pro Monat sollen den Werbetreibenden so ein Schaden von rund 6 Millionen Dollar entstehen, die sie für Klicks auf ihre Anzeigen bezahlen, die gar nicht von interessierten Nutzern stammen.

Über die Hintergründe kann zum jetzigen Zeitpunkt im Grunde nur spekuliert werden. Naheliegend wäre, dass ein Betreiber von Webseiten ein solches Botnetz einsetzt, um seine eigenen Werbeeinnahmen durch Klickbetrug zu steigern und parallel noch andere Seiten mit einbezieht, um nicht aufzufallen. Theoretisch wäre es aber auch möglich, dass die Betreiber des Botnetzes der Werbeindustrie einfach nur Schaden zufügen wollen.
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Als erste Verdächtige hätte ich da Google und Facebook an der Angel. Und sag bloss keiner: Niemals. ich habe schon Pferde kotzen sehen - vor der Apotheke, mit Rezept im Maul.
 
@LastFrontier: "ich habe schon Pferde kotzen sehen - vor der Apotheke, mit Rezept im Maul." .... What¿?
 
"Systemen zur Analyse der Bewegung des Mauszeigers"... bitte was?!
 
@Johnny Cache: ja ist so. Kannst du doch schon mit jeder Webseite feststellen was der User wo und wie oft klickt. Und auch wo der Mauszeiger steht. Genauso wie du die grösse des Displays oder eines Fensters ermittel kannst. Und wenn ein System erst mal gekapert ist, ist sowas ja wohl die kleinste Übung.
 
@LastFrontier: Ich hatte es so verstanden daß sie dieses Verhalten immitiert haben und es den Werbefuzzies nicht aufgefallen ist. Daß die Dimensionen des Browserfensters in den Metadaten übermittelt werden ist mir schon klar, aber die Bewegungen der Maus?!


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