MAC-Adressen könnten nun auch knapp werden

Die schnell steigende Zahl vernetzter Geräte führt nicht nur bei IP-Adressen zu Problemen. Auch die weniger leicht auszutauschenden MAC-Adressen der Netzwerkschnittstellen drohen in absehbarer Zeit auszugehen.

Wie Glenn Parsons, der bei der Standardisierungs-Organisation IEEE bisher für das Registry Authority Committee (RAC) zuständig war, erklärte, müsse man nach neuesten Prognosen davon ausgehen, dass in rund 25 Jahren keine weiteren MAC-Adressen mehr vergeben werden können. Daher müsse jetzt begonnen werden, über eine Migration hin zu neuen Standards nachzudenken.

Bei den MAC-Adressen besteht das Problem, dass jede Netzwerkschnittstelle über ihre eigene, fest eingebaut Kennung verfügt. Der Wechsel von IPv4 auf IPv6 ist da erheblich einfacher, weil hier im Wesentlichen nur bei der Software Veränderungen vorgenommen werden müssen.


Parsons schlug auf einem Treffen der Internet Engineering Task Force (IETF) unter anderem vor, die bisher 48 Bit langen Adressen durch solche zu ersetzen, die 128 Bit lang sind. Damit würde der verfügbare Pool so stark erweitert, dass er auch ein weiterhin exponentielles Wachstum über einen langen Zeitraum problemlos verkraften könnte.

Ein solcher Umbau hätte aber weitreichende Konsequenzen und die aktuell prognostizierten 25 Jahre wären so eine durchaus knappe Zeit. Denn das gerade erst in der Einführung begriffene IPv6 kann lediglich mit MAC-Adressen von 64 Bit umgehen. Aber auch verschiedene Netzwerk-Standards wie Ethernet sind auf dieses Maximum ausgelegt.

Um mit den verfügbaren MAC-Adressen flexibler umgehen zu können, wäre es auch möglich, die bisherigen Spezifikationen zu lockern. Aktuell stehen die ersten 24 Bit als Herstellerkennung zur Verfügung. Die übrigen 24 Bit können vom jeweiligen Anbieter dann als Adressraum an seine Netzwerk-Komponenten vergeben werden. Einige Unternehmen benötigen aber beispielsweise gar nicht solch einen großen Adress-Satz, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Eine Entkoppelung der beiden Bereiche könnte also dafür sorgen, dass wesentlich mehr MAC-Adressen zur freien Vergabe bereitstehen.
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25 Jahre... das ist doch mal ein Zeitrahmen. Wenn man richtig will wären sicher 10 Jahre problemlos möglich, aber so wie es zur Zeit immer läuft könnte selbst das noch knapp werden.
 
@Johnny Cache: 25 Jahre ist gar nicht so viel. Erstens ist der Zeitraum nur geschätzt, er kann ja nicht wissen wieviele Geräte in Zukunft noch vernetzt werden. Wenn demnächst auch noch Internetkühlschränke modern werden und dazu kommen (Nur ein extremes Beispiel jetzt), dann wird die Zeit sich recht schnell verknappen. Zweitens, die jetzt kommenden neuen Geräte lösen das Problem ja auch noch lange nicht. Wie in dem Artikel beschrieben gibt es die ganzen notwendigen Standards noch gar nicht. Und so schnell die Technik auch voranschreitet und sich entwickelt, was die Einführung neuer Standards angeht verhält sich die IT-Welt manchmal wie ein lahmer Schlachtkreuzer.
 
@Tomarr: Eventuell sollten bereits vergebene MAC Adressen nach 10 Jahren wieder vergeben werden. Ich kann mir nicht vorstellen das ein und die selbe Netzwerkkarte 10 Jahre übersteht. Selbst die MAC Adressen meinens 1995 erworbenen PC's gilt ja noch als verbraucht obwohl die Karte rein physikalisch gar nicht mehr existiert da der Rechner schon vor Jahren das Zeitliche gesegnet hat und alles was nicht auszuschlachten war auf dem Sperrmüll landete darunter auch die Netzwerkkarte!
 
@SimpleAndEasy: Das Problem ist halt nur das dies nicht unbedingt sicher ist dass die Adressen nicht mehr benutzt werden. Man müsste dazu wirklich eine sichere Rückführung von alten und defekten Karten haben damit irgendjemand die MAC-Adressen auslesen kann die wieder frei werden. Es gibt durchaus noch Netzwerke die 10 Jahre oder älter sind. Es gibt halt wirklich Dinosaurierfirmen die nie wirklich etwas an ihrer IT-Struktur ändern. Anderes Beispiel währen z.B. Kassensysteme. Es gibt Kassen die älter als 10 Jahre sind und durchaus schon eine Netzwerkkarte beinhalten. Aber die Kassen funktionieren noch und sind halt noch in Gebrauch. Schließlich tun sie ja das wofür sie gebaut wurden immer noch sehr gut. Wobei ich jetzt auch gar nicht so das Problem sehe da mal etwas neueres raus zu bringen um eventuellen Problemen vorzusorgen. Was spricht schon dagegen zu sagen "Nicht kleckern sondern klotzen" einfach mal für die zukunft 256 Bit dafür zur Verfügung zu stellen. Einfach mal machen. Am Anfang beides irgendwie parallel laufen lassen, altes und neues System und irgendwann halt nur noch neu. Vielleicht sehe ich das etwas zu einfach weil ich mich nie wirklich bewusst mit der MAC-Adresse beschäftigt habe, sie war hat immer da und ich musste nie irgendetwas damit machen, ausser als ich meinem Router beigebracht habe nur bekannte MAC-Adressen zuzulassen. Aber ansonsten habe ich als Anwender natürlich nicht viel damit zu tun. Von daher bin ich mir noch nicht einmal sicher ob die Technik der MAC-Adressen nicht bereits vollkommen überholt ist.
 
@SimpleAndEasy: das kann man nur dummerweise nicht so pauschal sagen.


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