DRAM: Neuer Verdacht auf illegale Preisabsprachen

Die Hersteller von DRAM-Speicherelementen werden erneut mit dem Vorwurf konfrontiert, untereinander illegale Preisabsprachen zu treffen. Denn das Ende ihrer Überproduktionskrise kam überraschend schnell.

Vor einigen Jahren wurden schon einmal mehrere Anbieter mit Geldstrafen belegt, weil sie ihr Auftreten am Markt untereinander abstimmten. Dies verstößt quasi weltweit gegen das Wettbewerbsrecht und ist vor allem für die Verbraucher von Nachteil, da diese kaum einen günstigeren Anbieter auf dem Markt mehr finden können.

Im letzten Jahr war die Lage für die DRAM-Hersteller so schlecht, dass sie sich gegenseitig immer weiter unterbieten mussten, um wegen einer schlechten Nachfrage überhaupt noch selbst Speicherchips loszuwerden und die Lager nicht überquellen zu lassen. Letztlich verkaufte faktisch die ganze Branche ihre Produkte unter den realen Produktionskosten.


Um die Lage in den Griff zu bekommen, wurde letztlich das Angebot künstlich verknappt. Ein Herunterfahren der Produktionsmengen sollte die Preise wieder nach oben bringen. Für gewöhnlich findet dies letztlich immer an einem bestimmten Punkt einer Überproduktionskrise in vergleichbarer Form statt. Allerdings ging es diesmal so geordnet und schnell vonstatten, dass unter den Kunden nun der Verdacht von herstellerübergreifenden Manipulationen aufkam.

"Es ist schon sehr komisch, dass der Chipmarkt unerwartete Preissteigerungen verzeichnet - bei einer gleichzeitig geringeren Nachfrage nach Computern", erklärte ein Manager eines südkoreanischen Elektronikherstellers gegenüber der 'Korea Times'. "Da ist es doch sehr wahrscheinlich, dass es Preisabsprachen gab."

Die drei großen Hersteller Samsung, Hynix und Micron, der gerade Elpida übernimmt, haben relativ zeitgleich im dritten Quartal des letzten Jahres ihre Fertigungsmengen zurückgefahren, um die Lage zu stabilisieren. Seit November sind die Weltmarktpreise letztlich um 35 Prozent angezogen. Insbesondere Micron soll dabei unter verschärfter Beobachtung von jenen Unternehmen stehen, die durch die Preissteigerungen mehr Ausgaben zu verzeichnen haben.
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Na wer hätte DAS gedacht... Preisabsprachen haben wir leider überall, die Strafen sollten um ein vielfaches höher sein! Nicht einfach nur ein paar Milliönchen, Peanuts.
 
Die sollen mal Festplattenhersteller unter die Lupe nehmen. Die zocken alle ab nur weil sie einmal die Preise erhöhen durften.


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