Informatiker aus Graz haben eine Programmier-Umgebung entwickelt, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen soll, Programme ebenso einfach zu erstellen, wie ein Objekt aus Lego-Steinen.
"Catrobat" heißt das System, das für die Nutzung auf Smartphones und Tablets gedacht ist. Der Nachwuchs soll damit früh spielerisch mit IT-Kompetenzen ausgestattet werden. Für das Tool erhielten die Entwickler des Instituts für Softwaretechnologie der Technischen Universität Graz den österreichischen Innovationspreis.
"Legoartige Blöcke lassen sich mit den Fingern auf Smartphone oder Tablet bewegen", erklärt Projektleiter Wolfgang Slany das Grundprinzip. "Catrobat" bietet dabei eine ganze Reihe von Funktionen an, die miteinander zu Programmen verknüpft werden können. "Die Kinder sind so nicht mehr nur passive Konsumenten, sondern gestalten selbst und können eigene kreative Ideen sehr einfach spielerisch umsetzen", so Slany.
Dabei können bei weitem nicht nur Daten durch verschiedene Filter verarbeitet werden, wie es bei vergleichbaren Projekten der Fall ist. Catrobat bietet auch die Möglichkeit, Input von den verschiedenen Komponenten eines Smartphones wie dem Touchscreen oder den Lagesensoren entgegenzunehmen und in der Anwendung damit Aktionen auszulösen.
Mit der jetzt verfügbaren Testversionen hat ein elfjähriges Mädchen beispielsweise auf ihrem Smartphone Animationen für ein Hannah Montana-Video gestaltet. Ein Vierzehnjähriger programmierte sich ein Flipper-Spiel fürs Tablet selbst, berichteten die Entwickler. Die jeweiligen Anwendungen können auf eine zentrale Plattform hochgeladen und so mit anderen Nutzern geteilt werden.
Bei der Entwicklung arbeiteten die Grazer Informatiker mit Kollegen aus verschiedenen anderen Ländern zusammen. Dadurch ist Catrobat bereits in verschiedenen Sprachen verfügbar. Eingesetzt wird die Beta Version bereits - als einzige Programmier-App - auf dem neuen One-Laptop-per-Child Tablet in Äthiopien und in Brasilien. Die Software kann für Android-Systeme frei heruntergeladen werden. Varianten für iOS, Windows Phone und andere Systeme sollen folgen.


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