Telekommunikation stagniert über Jahre hinweg

Telekommunikations-Unternehmen können in Deutschland in der kommenden Zeit eher nicht damit rechnen, ordentliche Wachstumsraten zu erreichen. Die Erwartungen in den Management-Ebenen sind ernüchternd.

Obwohl in dem Markt viel Dynamik zu finden ist, erwarten die Führungskräfte für ihre Branche in den kommenden drei Jahren bestenfalls stagnierende Umsätze. Der intensive Wettbewerb, ein hoher Innovations- und Investitionsdruck sowie Vorgaben der Regulierungsbehörden verhindern nach ihrer Ansicht branchenweites Wachstum. Für einzelne Sparten und Firmen sehen sie aber Chancen, sich erfolgreich gegen den Trend zu behaupten, ergab eine Umfrage des Beratungshauses Steria Mummert Consulting.

Die Telekommunikationsbranche erreichte in Deutschland bereits im Jahr 2005 mit 68,8 Milliarden Euro Außenumsatz ihren vorläufigen Höhepunkt - seither gehen die Einnahmen zurück und lagen in den letzten zwei Jahren nur noch bei knapp über 60 Milliarden Euro. Bis 2015 werden sie nach Ansicht der für die Studie befragten Führungskräfte auf diesem Niveau verharren oder weiter leicht zurückgehen.


"Die moderne Telekommunikationstechnologie treibt zwar das Wirtschaftswachstum insgesamt stark voran - aber das inzwischen eher indirekt", sagte Reinhold Weber, Telekommunikationsexperte bei Steria Mummert Consulting. "Fortschritte in der Telekommunikation ermöglichen vernetzte und mobile Anwendungen, die sowohl für die Industrie als auch für moderne Dienstleistungsunternehmen immer stärker an Bedeutung gewinnen. Der Telekommunikationsmarkt selbst ist in Deutschland allerdings schon seit einigen Jahren gesättigt."

Die einzelnen Bereiche der Branche entwickeln sich allerdings sehr unterschiedlich, weil sich das Nutzungsverhalten durch neue Endgeräte-Klassen deutlich veränderte. Der Umsatz im Breitbandkabelnetz ist in den vergangenen fünf Jahren entgegen dem Branchentrend stark gewachsen und erreichte im Jahr 2012 mit 4,4 Milliarden Euro seinen bisherigen Höchstwert.

Auch für die Zukunft erwarten die Befragten, dass sich das Breitbandkabelnetz weiter am Markt durchsetzen wird. Mit aktuell 7,3 Prozent ist der Anteil am Gesamtumsatz der Branche jedoch nach wie vor klein. Die Umsätze im Festnetz gehen hingegen zurück, machen mit 51,4 Prozent aber immer noch den größten Anteil aus. Die Festnetzumsätze sanken insbesondere beim nationalen Anbieter Deutsche Telekom, während sie bei Wettbewerbern sogar etwas zulegten.

Im Mobilfunk sind die Umsätze in absoluten Zahlen ebenfalls rückläufig - im Verhältnis zueinander betrachtet konnte der Mobilfunk dem Festnetz in den vergangenen Jahren aber immer mehr Umsatzanteile abnehmen. Die befragten Entscheider gehen davon aus, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken wird - insbesondere durch eine steigende Nachfrage an mobiler Datenübertragung durch die zunehmende Anzahl an Smartphones und Tablets.
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Ewiges Wachstum. ewige Gewinne, in was für einer bescheuerten Welt leben wir eigentlich? Man kann doch auch mal mit steten Einnahmen, die nicht exorbitant wachsen,zufrieden sein. Der Wachstum treibt uns in den Ruin. Wie eine Pandemie ziehen Industrielle über diesen Planeten auf der Suche nach noch billigeren Arbeitskräften. Was für ein Dilemma.
 
@PCLinuxOS: jopp die masse glaubt das märchen das wir immer wachsen müssen das es immer wachstum gibt - das die wirtschaft wächst - dazu müsste jeder immer mehr und neues konsumieren. die grundbedürfnisse sind doch befriedigt - aber das märchen wird immer wieder aufs neue erzählt
 
@PCLinuxOS: In einer Welt, in denen Anbieter und Produzenten denken, das Jeder mindestens 20 Telefon/Internetanschlüsse braucht, man sich jede Woche alles komplett neu kauft ..... der haken an der Sache - dazu müßten die Löhne dann auch dementsprechend mitwachsen, damit sich der arbeitende den Konsum Wahn auch leisten kann. Nur leider Wächst weder der Lohn, noch braucht man solch einen Konsum Wahn nicht wirklich, zumindest ich persönlich nicht.
 
@g100t__: vor allem wie dann medial immer hantiert wird "der stärkste rückgang seit 45"... wenn ich allerdings 5% rückgang von 1945 abziehe, was bleibt da noch? zieh ma von trümmern 5% ab... während von 1990 5% abgezogen - mensch wie ging es uns damals schlecht... boah.... wir mussten alle hungern :-) ich denke die deutschen sind noch dahingehend verwöhnt, da das Wachstum seinerzeit auf kosten der DDR gemacht wurde, als die BRD ein Hochlohnland mit billigimporten war... diese Situation gibts jetzt nicht mehr, daher gerät auch das Lohngefüge derart aus den Fugen, darum sind jetzt die Löhne gedumpt... ich bin der Meinung, wenn wir erstmal für uns selber produzieren, anstatt jeglichen Scheiß quer durch die Welt zu karren... wäre uns erstmal am ehesten geholfen. es ist schon paradox... wir exportieren Salz und importieren es wieder weil unser Streusalz im winter knapp wird... mit Vernunft hat das alles nix mehr zu tun
 
@PCLinuxOS: Wilkommen im Kapitalismus, mein Freund, wo die Regel "Jedes Wachstum hat Grenzen" nicht gilt für BWLer, Manager und anderes. Wenn es in Deutschland jedes Jahr 10% mehr Menschen gäbe, könnte ich eine Zielvorgabe von +10% verstehen, aber jedes Jahr mit der gleichen Kundschaft z.B. 20% mehr Asche machen, wie soll das bitte gehen? Verdient einer von euch jedes Jahr 20% mehr?


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