Telekommunikation stagniert über Jahre hinweg

Nasa, Aufnahme, Weltall, Erde Bildquelle: NASA Goddard Photo and Video / Flickr
Telekommunikations-Unternehmen können in Deutschland in der kommenden Zeit eher nicht damit rechnen, ordentliche Wachstumsraten zu erreichen. Die Erwartungen in den Management-Ebenen sind ernüchternd. Obwohl in dem Markt viel Dynamik zu finden ist, erwarten die Führungskräfte für ihre Branche in den kommenden drei Jahren bestenfalls stagnierende Umsätze. Der intensive Wettbewerb, ein hoher Innovations- und Investitionsdruck sowie Vorgaben der Regulierungsbehörden verhindern nach ihrer Ansicht branchenweites Wachstum. Für einzelne Sparten und Firmen sehen sie aber Chancen, sich erfolgreich gegen den Trend zu behaupten, ergab eine Umfrage des Beratungshauses Steria Mummert Consulting.

Die Telekommunikationsbranche erreichte in Deutschland bereits im Jahr 2005 mit 68,8 Milliarden Euro Außenumsatz ihren vorläufigen Höhepunkt - seither gehen die Einnahmen zurück und lagen in den letzten zwei Jahren nur noch bei knapp über 60 Milliarden Euro. Bis 2015 werden sie nach Ansicht der für die Studie befragten Führungskräfte auf diesem Niveau verharren oder weiter leicht zurückgehen.

"Die moderne Telekommunikationstechnologie treibt zwar das Wirtschaftswachstum insgesamt stark voran - aber das inzwischen eher indirekt", sagte Reinhold Weber, Telekommunikationsexperte bei Steria Mummert Consulting. "Fortschritte in der Telekommunikation ermöglichen vernetzte und mobile Anwendungen, die sowohl für die Industrie als auch für moderne Dienstleistungsunternehmen immer stärker an Bedeutung gewinnen. Der Telekommunikationsmarkt selbst ist in Deutschland allerdings schon seit einigen Jahren gesättigt."

Die einzelnen Bereiche der Branche entwickeln sich allerdings sehr unterschiedlich, weil sich das Nutzungsverhalten durch neue Endgeräte-Klassen deutlich veränderte. Der Umsatz im Breitbandkabelnetz ist in den vergangenen fünf Jahren entgegen dem Branchentrend stark gewachsen und erreichte im Jahr 2012 mit 4,4 Milliarden Euro seinen bisherigen Höchstwert.

Auch für die Zukunft erwarten die Befragten, dass sich das Breitbandkabelnetz weiter am Markt durchsetzen wird. Mit aktuell 7,3 Prozent ist der Anteil am Gesamtumsatz der Branche jedoch nach wie vor klein. Die Umsätze im Festnetz gehen hingegen zurück, machen mit 51,4 Prozent aber immer noch den größten Anteil aus. Die Festnetzumsätze sanken insbesondere beim nationalen Anbieter Deutsche Telekom, während sie bei Wettbewerbern sogar etwas zulegten.

Im Mobilfunk sind die Umsätze in absoluten Zahlen ebenfalls rückläufig - im Verhältnis zueinander betrachtet konnte der Mobilfunk dem Festnetz in den vergangenen Jahren aber immer mehr Umsatzanteile abnehmen. Die befragten Entscheider gehen davon aus, dass sich dieser Trend in Zukunft noch verstärken wird - insbesondere durch eine steigende Nachfrage an mobiler Datenübertragung durch die zunehmende Anzahl an Smartphones und Tablets. Nasa, Aufnahme, Weltall, Erde Nasa, Aufnahme, Weltall, Erde NASA Goddard Photo and Video / Flickr
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