Schreiben am Smartphone: Fuchteln statt tippen

Smartphone, Iphone, Handy Bildquelle: Phil Roeder / Flickr
Informatiker des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein System entwickelt, mit dem Smartphone-Nutzer nicht mehr auf kleine virtuelle Tasten tippen müssen, sondern mit dem Finger in die Luft schreiben können.
An einem Handschuh befestigte Sensoren zeichnen dabei die Handbewegungen auf, ein Computersystem erfasst die wesentlichen Signale und übersetzt sie in Texte. Für diese Erforschung mobiler gestenbasierter Schnittstellen erhalten der Diplom-Informatiker Christoph Amma und Professorin Tanja Schultz nun den mit 81.000 Dollar dotierten "Google Faculty Research Award".

Das System bietet eine neue Schnittstelle für Wearable Computing-Anwendungen, also für Computersysteme, die sich wie Kleidung am Körper tragen und so nahtlos in den Alltag des Nutzers integrieren lassen. "Informationstechnologie nutzen wir jederzeit und überall, derzeitige Eingabe-geräte wie Smartphones erfordern bislang noch das manuelle Tippen auf virtuellen Mini-Tastaturen und konzentrierte Aufmerksamkeit auf kleine Bildschirme. Dagegen ermöglichen Gesten neue, innovative Eingabeformen - insbesondere für mobile oder in die Kleidung integrierte Geräte. Die Interaktion fügt sich somit nahtlos in alltägliche Handlungen ein", sagte Amma.

Der Airwriting-Handschuh erlaubt es dabei, in die Luft zu schreiben wie auf eine unsichtbare Tafel. Möglich machen das Beschleunigungs- und Gyroskope, die an einem dünnen Handschuh befestigt sind. Für diese Sensoren sprechen laut Amma vor allem die geringe Größe sowie ihre Mobilität und Robustheit - im Gegensatz zu Systemen, die mit Kameras arbeiten.

Die Sensoren erfassen die Bewegungen der Hand und übertragen sie über eine drahtlose Verbindung an ein Computersystem. Dieses prüft zunächst, ob der Nutzer überhaupt schreibt. "Alle nicht schriftähnlichen Bewegungen, wenn ich also beispielsweise koche, Wäsche wasche oder jemandem zuwinke, ignoriert es. Das System kann auf diese Weise ständig im Hintergrund laufen, ohne jede Bewegung als Eingabe für den Computer zu interpretieren", führte Amma aus.

Einen möglichen Einsatzbereich für sein System sieht der Informatiker in zukünftigen Mixed-Reality-Anwendungen: Etwa in Brillen mit integrierten Miniaturbildschirmen, über die Nachrichten in das Sichtfeld des Nutzers eingeblendet werden. "Kombiniert man ein solches System mit der Möglichkeit, Kommandos und Texte durch Gesten einzugeben, ist es überhaupt nicht mehr notwendig, ein Gerät in der Hand zu halten", erklärte der Informatiker.

Schreibt der Nutzer dann, entschlüsselt das System die Schrift über Verfahren der Mustererkennung. Bisherige Forschungsansätze konzentrierten sich vor allem auf das Erkennen einzelner, bestimmten Kommandos zugeordneter Gesten. Hier geht man aber darüber hinaus: Für jeden Buchstaben des Alphabets ist in seinem System ein statistisches Modell des charakteristischen Signalverlaufs hinterlegt, das auch individuelle Unterschiede in der Schrift berücksichtigt. Allerdings gibt es noch einiges am Feintuning zu tun, bevor das System reif für den Praxiseinsatz ist. Smartphone, Iphone, Handy Smartphone, Iphone, Handy Phil Roeder / Flickr
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren34
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 00:00 Uhr tax 2017 (für Steuerjahr 2016 / Frustfreie Verpackung)
tax 2017 (für Steuerjahr 2016 / Frustfreie Verpackung)
Original Amazon-Preis
12,98
Im Preisvergleich ab
10,95
Blitzangebot-Preis
7,59
Ersparnis zu Amazon 42% oder 5,39

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden