Xbox-Vater wettert über falschen Weg Microsofts

Microsoft, Konsole, Xbox Bildquelle: Microsoft
Nat Brown, der bei Microsoft maßgeblich das Xbox-Projekt ins Rollen brachte, hat sich nun über die neuesten Entwicklungen bei der Weiterentwicklung der Spielekonsole beklagt. In einem Blog-Post berichtet er, dass es Jahre gedauert hat, Bill Gates und später Steve Ballmer davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, ein Produkt fürs Wohnzimmer auf den Markt zu bringen, dass von den Verbrauchern gewollt und geliebt wird. Inzwischen sei er begeistert darüber, wie gut sich die Spielekonsole am Markt etablieren konnte, wie sie die Konkurrenz in die Schranken wies und wie gut die Spiele auf ihr tatsächlich geworden sind.

"Aber die letzten fünf Jahre und besonders das letzte Jahr waren einfach schmerzhaft anzuschauen", erklärte Brown. Microsoft sei es seiner Ansicht nach nicht mehr gelungen, innovativ genug zu sein. Und bei den wenigen wirklich guten Neuerungen, wie etwa der Bewegungssteuerung Kinect, habe man bei der Vermarktung mehr oder weniger versagt. Inzwischen sei man in Redmond auf dem besten Weg, die Fehler der Konkurrenz schlicht mitzumachen.

Nach Ansicht Browns fehle es komplett an einem taktischen und strategischen Verständnis darüber, wie die Entwicklung in den Wohnzimmern weitergehen wird. Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter nimmt die Spielekonsole dabei als eine Art Trojanisches Pferd wahr, mit dem sich ein IT-Unternehmen wie Microsoft erfolgreich in einer Domäne festsetzen konnte, die zuvor fest von der klassischen Unterhaltungselektronik-Industrie und der Medienbranche regiert wurde. Leistungsfähigere Hardware, bessere Software und Vernetzung waren dabei die Grundlagen, um mit überlegenen Inhalten zu punkten.

Nun verfolgt man in Redmond allerdings den Weg, die Konsole durch Kooperationen mit den traditionellen Inhalte-Anbietern attraktiver machen zu wollen. Dies stößt Brown sauer auf. Microsoft strebe Partnerschaften mit den "großen sterbenden Medienunternehmen an, deren Kernprodukt, deren Burg in Flammen steht, deren Soldaten - ihre Entwickler - müde sind und Reißaus nehmen und deren Vertriebswege kaputt sind", erklärte der Xbox-Begründer.

Während der Software-Konzern viel Energie in solche Projekte investiert, fehle es auf der anderen Seite an einem funktionalen und wachsenden Ökosystem, über das kleinere Entwickler innovative Inhalte über die Plattform verkaufen können. Gerade ein solches Konzept macht aktuell die Smartphones äußerst erfolgreich und vielseitig.

"Warum kann ich nicht mit dem Einsatz von Tools für 100 Dollar ein Spiel für die Xbox auf meinem Windows-Rechner schreiben und auf meiner Xbox zuhause oder bei einem Freund testen? Und warum kann ich es dann nicht über einen entsprechenden Online-Store verkaufen?", so Brown. Während Android und iOS mit diesem Weg äußerst attraktiv wurden, müsste man als Xbox-Entwickler erst einmal 10.000 Dollar pro Jahr für die Mitgliedschaft im Developer-Programm auf den Tisch legen, sich mit unglaublich viel Papierkram herumschlagen und Microsofts Veto-Recht hinsichtlich einer Veröffentlichung des Produktes akzeptieren. Microsoft, Konsole, Xbox Microsoft, Konsole, Xbox Microsoft
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