Erneut sind umfangreiche Angaben zu Microsofts Plänen für die Xbox der nächsten Generation veröffentlicht worden. Die Informationen stammen von einer gut informierten Quelle, die unter dem Spitznamen "SuperDaE" bekannt ist und aus Entwicklerkreisen stammt.
Wie das US-Spielemagazin 'Kotaku' berichtet, liegen dank SuperDaE einige Whitepapers vor, die Entwicklern von Microsoft zur Verfügung gestellt wurden. Daraus geht unter anderem hervor, dass die neue Xbox wie erwartet eine neue Version von Kinect mitbringt, die nicht mehr nur ein optionales Zubehörprodukt zur Bewegungssteuerung ist.

Verbesserungen bei Kinect
Stattdessen wird die Kinect-Einheit zur Grundvoraussetzung für den Betrieb der neuen Xbox. Das Gerät muss den Angaben stets mit der Konsole verbunden und kalibriert sein, damit diese überhaupt genutzt werden kann. Ob die Kinect somit auch dauerhaft eingeschaltet sein muss, ist offen.
Einerseits ergeben sich daraus Bedenken wegen dem Schutz der Privatsphäre, doch wahrscheinlicher ist, dass Microsoft durch die dauerhafte Anbindung der Kinect-Kamera einfach gleiche Voraussetzungen für alle Entwickler schaffen will, so dass sie sich auf deren Verfügbarkeit verlassen können, wenn es um die Arbeit an neuen Spielen geht.
Die neue Kinect-Einheit wird angeblich mit besserer Hardware daherkommen, wobei die Neuerungen sich allerdings in Grenzen halten. So steigt die Auflösung der Tiefensensoren auf 512x424 Pixel, es gibt also nur eine recht moderate Verbesserung gegenüber den 320x240 Pixeln der ersten Kinect. Laut den Whitepapers wird die neue Kamera aber dennoch in der Lage sein, Daumen und das Öffnen und Schließen von Händen zu erkennen.

Mehr Skelett-Merkmale werden erkannt
Außerdem wird der Blickwinkel erweitert, so dass die Kalibrierung einfacher ist. Hinzu kommt, dass die RGB-Kamera der neuen Kinect-Einheit mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixeln arbeitet und die Erkennung von bis zu sechs Spielern gleichzeitig zulassen soll. Die Zahl der von der Kameraeinheit erkennbaren Gelenke und Skelettdetails der Nutzer soll ebenfalls leicht steigen.
Eine weitere Neuerung ist laut Kotakus Dokumenten, dass Microsoft bei der kommenden Xbox angeblich die Installation von Spielen zur Grundanforderung machen will. Dazu wird eine 500-Gigabyte-Festplatte verbaut, auf der die in Form von Blu-ray-Discs mit 50 GB Kapazität angebotenen Spiele installiert werden müssen.

Schematischer Aufbau der Plattform der n euen Xbox
Dies würde sich mit früheren Gerüchten decken, wonach die Spielemedien nur für die Verwendung mit einer einzigen Konsole gedacht sind, also nicht wieder verkauft werden können und mit anderen Geräten nutzbar sind. Die Installation soll recht schnell abzuwickeln sein, weil sie während der Nutzung von Spielen von Disc im Hintergrund durchgeführt werden kann.
Microsoft wird der nächsten Xbox außerdem angeblich erweiterte Multitasking-Fähigkeiten geben. Statt nur ein einfaches Betriebssystem für grundlegende Aufgaben wie Chat, Achievements und ähnliches zu verwenden, soll die neue Konsole in der Lage sein, Apps wie etwa Twitter im Hintergrund laufen zu lassen, während sie Spiele nutzen. Außerdem sollen sich Spiele pausieren lassen, um vorübergehend andere Spiele oder Apps zu verwenden.
Bisher ist unklar, wie es mit einer Abwärtskompatibilität gegenüber der Xbox 360 aussieht. Unter anderem ist aber davon die Rede, dass die Controller der aktuellen Konsole mit dem neuen Modell nicht mehr nutzbar sein sollen, weil eine andere Technik für den Aufbau der Drahtlosverbindung mit den Controllern verwendet wird.
Bezüglich der eigentlichen Hardware der neuen Xbox ist erneut von einem 1,6 Gigahertz schnellen Prozessor mit acht Rechenkernen, einer DirectX11.x-fähigen Grafikeinheit und acht Gigabyte DDR3-Arbeitsspeicher zu hören. Microsoft will seine neue Xbox wahrscheinlich anlässlich der Spielemesse E3 erstmals ausführlich präsentieren, obwohl auch mit einer früheren separaten Vorstellung gerechnet wird.

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