Was auch hierzulande Kritiker während der Diskussion um die Einführung von Web-Sperren befürchteten, wird in Finnland nun Realität. Die Regierung will die Sperrlisten dort auf weitere Inhalte ausdehnen.
Auch in dem skandinavischen Land wurden Filtersysteme eingeführt, mit denen vorgeblich der Zugang zu Kinderpornographie auf ausländischen Webservern verhindert werden soll. Dies wurde damit begründet, dass die finnischen Behörden keine direkte Möglichkeit hätten, diese illegalen Inhalte aus dem Netz entfernen zu lassen. Sperrsysteme sollten so zumindest verhindern, dass Nutzer sich diese zugänglich machen können.
Jetzt hat die finnische Justizministerin Anna-Maja Henriksson Pläne vorgelegt, die Sperren auszudehnen, berichtet das Magazin 'Afterdawn'. Zukünftig sollen auch pornographische Darstellungen mit Tieren und so genannte Gewaltpornographie ausgeblendet werden. Das wird von Teilen der Regierung unterstützt, aber längst nicht von allen.
Zumindest Innenminister Päivi Räsänen äußerte Zweifel, ob es notwendig ist, eine entsprechende Erweiterung vorzunehmen. Diese beruhen wohl auch auf den Erfahrungen mit dem bestehenden System. Denn auch in den bisher bestehenden Filterlisten in Finnland tauchten Webseiten auf, die mit dem eigentlich zu sperrenden Themenbereich nicht das Geringste zu tun hatten.
Weiterhin steht die Frage nach dem Sinn einer solchen Ausweitung im Raum. So wird Pornographie mit Tieren zwar von vielen als geschmacklos, wenn nicht gar krankhaft angesehen - allerdings wird angezweifelt, ob es einen Grund gibt, dieser eine ebenso große Aufmerksamkeit seitens des Staates zu schenken, wie den Dokumentationen des Kindesmissbrauchs.
Noch problematischer wird es beim Schlagwort Gewaltpornographie, das im Grunde nicht klar definiert ist. Darunter könnten letztlich auch Darstellungen aus dem BDSM-Bereich fallen, wo es sich bei allen Beteiligten um Erwachsene handeln, die in gegenseitigem Einvernehmen handeln.


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