Eine neue Software soll durch die Analyse der Berichterstattung in den Medien aus vergangener und aktueller Zeit dabei helfen, kommende Probleme vorauszusagen - und ist dabei in Tests schon recht erfolgreich.
Überraschende Ereignisse lassen sich natürlich auch mit den neuen Algorithmen nicht prophezeien. Wohl aber Geschehnisse, die infolge bestimmter Entwicklungen sehr wahrscheinlich entstehen und auf die man sich einrichten muss. Das gilt beispielsweise für den Ausbruch von Seuchen in Krisenregionen, berichtet das Magazin 'Technology Review'.
Denn Hilfsorganisationen können nicht unentwegt die Entwicklungen in aller Welt verfolgen, um möglicherweise entstehende Probleme rechtzeitig zu erkennen. Eine Software, die regelmäßig die Nachrichten aus aller Welt analysiert, mit vergangenen Ereignissen vergleicht und bei bestimmten Risikofaktoren Alarm schlägt, könnte hier dazu beitragen, den Zeitraum, bis Hilfe vor Ort sein kann, entscheidend zu verkürzen.
Für den Test ihrer Software haben die Entwickler aus den USA und Israel tausende Ausgaben der Tageszeitung 'New York Times' als Datenbasis verwendet. Das Programm analysierte hier die Zusammenhänge zwischen Naturkatastrophen und anderen Krisen mit später folgenden Seuchen-Ausbrüchen. Anschließend versorgte man die Anwendung tageweise mit weiteren Ausgaben aus dem Jahr 2006. Als Ergebnis erhielt man hier beispielsweise eine Risiko-Analyse, die korrekt nahelegte, dass eine Dürre in Angola voraussichtlich einen größeren Cholera-Ausbruch verursacht.
Aber auch andere Problemfälle, in denen die Unterstützung von Hilfsorganisationen benötigt wurde, erkannte das System mit einer zeitlichen Genauigkeit zwischen 70 und 90 Prozent, hieß es. Durch eine Verfeinerung der Analysemethoden und die Verbreiterung der Datenbasis sollen bald noch zuverlässigere Prognosen möglich sein. Das könnte zukünftig dazu führen, dass Ärzte und Medikamente schon während der Entstehung einer Krise auf den Weg geschickt werden können - und nicht erst, wenn ein konkreter Ausbruch erfolgt ist.


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