Telekom sieht sich beim Netzausbau behindert

Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann Bildquelle: nrkbeta / Flickr
Die Deutsche Telekom will im Konkurrenzkampf auf dem Telekommunikations-Markt zukünftig verstärkt über schnelle Netze punkten. Die Führungskräfte sehen aber auch andere Baustellen, die angegangen werden müssen.
Der amtierende Konzern-Chef René Obermann und sein designierter Nachfolger Tim Höttges nannten in einem gemeinsamen Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Focus' Details zu technologischen Änderungen. Der derzeitige Finanzchef Höttges sagte: "Wir wollen sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz unseren Kunden noch höhere Geschwindigkeiten beim Surfen anbieten."

Um die Vectoring-Technologie, die DSL-Verbindungen weiter beschleunigen kann, einführen zu dürfen, brauche der Konzern aber grünes Licht von der Bundesnetzagentur. Auf die Behörde ist Obermann allerdings nicht besonders gut zu sprechen. "Es wird doch seit 15 Jahren eine falsche, weil nur preissenkungsorientierte Regulierungspolitik betrieben. Die aber ist investitionsfeindlich", sagte er. Er habe als Telekomchef bis heute ständige Planungsunsicherheiten gehabt, unter denen man "nicht langfristig und sicher kalkulieren" könne.

In diesen Zusammenhang stellte Höttges auch die zukünftige Entwicklung der Belegschaft. "Wo wir die Arbeit nicht mehr haben, reduzieren wir Stellen, aber wir stellen auch ein", sagte er. Die Entscheidung über die Einführung der neuen Vectoring-Technologie durch den Regulierer würde ihm bei der Personalplanung daher deutlich helfen. Höttges betonte, dass er dann das Ziel habe, im Zeitraum von 2013 bis 2015 fast 6.000 Nachwuchskräfte zu übernehmen.

Obermann räumte in dem Gespräch indirekt auch Versäumnisse in seiner zwölfjährigen Amtszeit bei der Telekom ein. Zum damaligen Anteilskauf des griechischen Ex-Monopolisten OTE erklärte er beispielsweise: "Unsere OTE-Investition fand kurz vor Ausbruch der Griechenland-Krise statt, im Nachhinein also kein günstiger Zeitpunkt."

Ein weiterer Fehlschlag war der geplante Verkauf von T-Mobile USA an AT&T, der letztlich nicht zustande kam. Wenn ein Management nach solch einem geplatzten Deal nicht frustriert sein durfte, "dann weiß ich nicht, mit welchem Herzblut Manager arbeiten", kommentierte Höttges. Nun stelle man mit dem Kauf der MetroPCS eine neue Lösung auf die Beine.

Der Frage, ob er wie angekündigt wirklich bis Ende diesen Jahres bei der Telekom bleibt, wich Obermann aus: Er habe sich noch viel vorgenommen für die Telekom in diesem Jahr. "Ich will den Staffelstab so an Höttges übergeben, dass wir nicht an Tempo verlieren", so Obermann. Höttges ergänzte: "Der beste Zeitpunkt für die Übergabe des Staffelstabes ist, wenn beide Läufer eine möglichst hohe Geschwindigkeit haben." Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann Deutsche Telekom, Telekom, René Obermann nrkbeta / Flickr
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