HEVC-Codec bringt Videos schneller aufs Smartphone

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik aus Berlin wollen die Mobilfunknetze bei der Übertragung von Videos spürbar entlasten, indem LTE mit dem neuen Video-Codec HEVC kombiniert wird.

Denn die zunehmende Verbreitung von Smartphones führt inzwischen zu einem sehr schnellen Anstieg der übertragenen Video-Daten. In einigen Handynetzen sorgt beispielsweise YouTube inzwischen für die Hälfte des Traffics. Angesichts der begrenzten Kapazität der Funk-Schnittstellen kommt es so immer wieder zu langsamen Übertragungen, schlechteren Bildern und langen Wartezeiten. Und es wird nicht besser.

Soll das Netz dem kommenden Ansturm gewachsen sein, müssen daher neue Übertragungsarten her. "Wir kombinieren den neuen Mobilfunkstandard LTE mit dem Videokompressionsstandard HEVC - und verbinden somit die Vorteile beider Technologien", sagte Thomas Schierl, Gruppenleiter des Fraunhofer-Projekts.


Um Videos noch schneller auf die mobilen Geräte zu bringen, koppeln die Forscher das bereits schnelle LTE mit dem Videokompressionsstandard "High Efficiency Video Coding" (HEVC). Maßgebliche Technologien zu HEVC haben Forscher vom HHI zusammen mit namhaften Elektronikherstellern entwickelt.

Der Vorteil von HEVC: Der Standard benötigt zur Videoübertragung in hoher Qualität nur die halbe Bandbreite, kann also doppelt so viele Endgeräte bedienen wie der bisherige Standard H.264/MPEG-4 AVC. "Es wurden viele Konzepte von H.264 übernommen und konsequent weiterentwickelt", sagt Thomas Schierl, Leiter der Multimedia-Kommunikation an dem Institut.

Ein Beispiel ist die Blockgröße: Während H.264 das zu übertragende Bild in Blöcke von maximal 16 mal 16 Pixeln unterteilt, kann man die maximale Blockgröße mit HEVC wesentlich flexibler wählen - von 16 mal 16 bis zu 64 mal 64 Pixeln. Mit Hilfe größerer Blöcke lassen sich vor allem Videos in High Definition HD deutlich effizienter kodieren. Bewegt sich etwa ein Objekt innerhalb eines Videos, kann man diese Bewegung beschreiben. Videokompressionsstandards ermitteln daher für jeden Block eine Bewegungsinformation, die typischerweise einmal pro Block übertragen wird. Da sich die Blöcke bei HEVC wesentlich größer und flexibler wählen lassen als bei H.264, sind entsprechend weniger Bewegungsdaten nötig.

"Die Kombination der beiden Standards wird das Userverhalten verändern", ist sich Schierl sicher. "Denn das mobile Internet ist heute schon schneller als der typische DSL-Anschluss zuhause. Viele Nutzer dürften daher auch daheim über LTE ins Internet gehen."
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Und wieso wird dieser Codec nicht in das vorhandene UMTS Netz gebracht wo er definitiv mehr bringen würde?
 
@Holotier: hab ich mich erst such gefragt..dann nahm ich an es hat mit der unterstuetzten blockgroesse zu tun. Vllt kann umts ja night so grosse bloecke senden wie lte
 
@-adrian-: Mit Blockgröße sind sicher "Pixelblöcke" gemeint, also 16x16 Pixel. Aber auch nur eine Vermutung meinerseits. ^^
 
Nicht nur die Handynetze sind bei Youtube-Video überlastet...
 
Meinen heimischen DSL-Anschluß muss ich aber nicht mit 100+ Leuten teilen, von daher bin ich in der Regel mit DSL schneller.


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