Viele deutsche Unternehmen sind relativ zurückhaltend, was Investitionen in neue Technologien angeht - dabei sind sie eigentlich durchaus der Überzeugung, dass diese ihnen helfen könnten.
Immerhin 70 Prozent der Fach- und Führungskräfte in der deutschen Wirtschaft sind der Ansicht, dass neue Technologien besonders wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg des eigenen Unternehmens sind. Gleichzeitig investieren aber nur vier von zehn Firmen in diesen Bereich. Ein Widerspruch, der Handlungsbedarf aufdeckt, so das Beratungshaus Steria Mummert Consulting, dass eine entsprechende Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut durchführte.
"Die technischen Innovationszyklen werden immer kürzer", sagte Bernd Scherf, Senior Executive Manager bei Steria Mummert Consulting, "das birgt große Chancen für Unternehmen - aber auch die Gefahr, schneller als bisher den Anschluss zu verlieren, wenn man neue Technologien vernachlässigt."
Als Beispiel nannte er online-basierte Prozesse und Vertriebskanäle, die neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und zu Kostensenkungen beitragen. "Firmen, die hier rechtzeitig investiert haben, besitzen heute einen klaren Wettbewerbsvorteil", so Scherf. Den Zusammenhang zwischen Investitionen in Zukunftstechnik und dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bestätigt auch die Studie: 54 Prozent der Firmen, die nach Selbsteinschätzung der Befragten stärker wachsen als der Branchendurchschnitt, investieren zugleich in neue Technologien. Unter den Unternehmen, die schwächer als ihre Gesamtbranche wachsen, sagen hingegen nur 11 Prozent , dass sie nennenswert in neue Technik investieren.
Zumindest ein Teil der deutschen Wirtschaft hat den Handlungsbedarf erkannt - die Investitionsfreude nimmt leicht zu: Für die Zukunft planen 44 Prozent der Unternehmen, Geld für neue Technologien auszugeben. Je nach Branche fällt die Investitionsbereitschaft allerdings sehr unterschiedlich aus: Im Sektor Telekommunikation, IT und Medien sehen fast sechs von zehn Firmen solche Ausgaben zukünftig vor - in der Versicherungsbranche hingegen nur rund jede vierte.


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