Die geheimen Job-Absprachen der US-IT-Industrie

Apple, Ceo, Steve Jobs, Wwdc, 2007 Bildquelle: Ben Stanfield / Flickr
Das Abwerben von Mitarbeitern konkurrierender Unternehmen ist in der IT-Industrie alles andere als eine Seltenheit. Allerdings werden hierbei auch immer wieder geheime Absprachen getroffen, die so etwas wie Nichtangriffspakte sind.
Wie die Nachrichtenagentur 'Reuters' berichtet, sind im Rahmen einer zivilrechtlichen Klage, die von fünf IT-Arbeitnehmern gegen mehrere Unternehmen, darunter Apple, Google und Intel, eingereicht worden ist, brisante Dokumente ans Tageslicht gelangt. Einige davon hat das US-Technik-Blog 'The Verge' veröffentlicht.

Die Dokumente zeigen, dass es in der US-IT-Industrie weitreichende Absprachen zur Personalpolitik gibt (bzw. gab), auch die Androhung von Patentklagen gehört "zum Geschäft". Der prominenteste Darsteller in dieser Angelegenheit ist der verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs.

Beispielsweise existiert eine E-Mail auf dem Jahr 2007 von Jobs an den ehemaligen Palm-CEO Edward Colligan, in der der Apple-Chef ganz offen mit einer weitreichenden Patentklage droht, sollte Palm nicht aufhören, Apple-Mitarbeiter abzuwerben bzw. dies zu versuchen. Colligan lehnte ab und verwies auf die Illegalität eines etwaigen Abkommens und drohte Apple seinerseits mit einer Gegenklage.

In einer späteren Nachricht an Colligan (nach einem längeren Mail-Verkehr) schreibt Jobs, dass das Abwerben "für Apple nicht akzeptabel" sei und man "alles in unserer Macht stehende" tun werde, um das zu verhindern. Jobs: "Ich bin sicher, dass du (Anm.: Ed Colligan) die Asymmetrie der finanziellen Ressourcen unserer beiden Unternehmen erkennst." Jobs riet dem Palm-Chef sich das Patentportfolio von Apple anzusehen, bevor er eine Entscheidung treffe.

Allerdings ging es auch anders, wie der Mail-Verkehr zwischen Steve Jobs und dem damaligen Google-CEO Eric Schmidt zeigt. Jobs schrieb Anfang 2006 eine knappe Mail zum Thema "Recruiting": "Eric, mir wurde mitgeteilt, dass Googles neue Mobilfunk-Software-Gruppe gnadenlos in unserer iPod-Abteilung abwirbt. Sollte dies wahr sein, kannst du das beenden?" Der Google-CEO soll daraufhin veranlasst haben, dass das Abwerben von Apple-Mitarbeitern unverzüglich eingestellt wird, so wie es eigentlich zwischen Apple und Google vereinbart gewesen sei. Jene Mitarbeiter, die bei Apple "gefischt" haben, wurden auch entlassen.

Ähnliche Abkommen existieren auch bei vielen anderen IT-Firmen, darunter auch Adobe und Intel. The Verge hat zahlreiche Listen veröffentlicht, auf denen die jeweiligen "Beziehungen" gut zu sehen sind. Aus Anlass der aktuell laufenden Untersuchungen hat Richterin Lucy Koh vergangene Woche Tim Cook, Paul Otellini und Eric Schmidt vorgeladen, damit diese Stellung zu diesen Vorwürfen beziehen. Apple, Ceo, Steve Jobs, Wwdc, 2007 Apple, Ceo, Steve Jobs, Wwdc, 2007 Ben Stanfield / Flickr
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