Der Chiphersteller Intel wird zukünftig keine Mainboards für Desktop-PCs mehr unter eigenem Markennamen anbieten. Die letzten neuen Produkte sollen für die kommenden Haswell-Prozessoren entwickelt werden.
Wie Intel-Sprecher Dan Snyder gegenüber dem US-Magazin 'PCWorld' erklärte, soll die Abteilung in den kommenden drei Jahren komplett aufgelöst werden. Damit entledigt man sich eines Geschäftsbereiches, von dem in den kommenden Jahren wohl kaum noch mit Wachstumsimpulsen zu rechnen ist - eher im Gegenteil.
Denn der Markt für Desktop-PCs schrumpft zusehends. Zuletzt verzeichnete der gesamte Computer-Markt nach jahrelang zweistelligen Wachstumsraten einen Rückgang der Verkaufszahlen. Da das Interesse der Kunden sich immer weiter in Richtung Notebooks verschiebt, ist der Markt für Desktop-Systeme besonders betroffen. Dies heizt zusätzlich den Konkurrenzkampf unter den Mainboard-Anbietern an.
Dem will sich Intel angesichts nicht gerade verlockender Gewinnmargen nicht weiter aussetzen. Zumal Hersteller wie Asus, Gigabyte oder Asrock ohnehin oft die besseren Karten haben. Das verklausuliert Intel mit dem Hinweis, dass die Kunden letztlich keine Störungen im Mainboard-Markt zu befürchten bräuchten, da die Wettbewerber den eigenen Rückzug sicher problemlos auffangen könnten.
Die Ressourcen und Arbeitskräfte, die bisher mit der Entwicklung und Herstellung der Produkte beschäftigt waren, sollen anderen Konzernbereichen zugeteilt werden. Insbesondere die Arbeit an neuen Formfaktoren soll so gestärkt werden. Dazu gehört unter anderem auch das NUC (Next Unit of Computing)-Projekt, in dessen Rahmen ein lediglich 4 x 4 Zoll großer Desktop-Rechner entwickelt wird. Aber auch die Entwicklung von All-in-one-Systemen und Ultrabooks will Intel weiter voranbringen.
Laut Snyder soll der Support für alle verkauften Mainboards aber zumindest über deren Garantiespanne hinweg sichergestellt werden. Da man sich entschieden hat, die neuen Haswell-Prozessoren noch mit eigenen Boards zu begleiten, werde man es auch hier so handhaben, dass diese dann noch 18 Monate nachdem der Nachfolge-Prozessor auf den Markt kommt, zu haben sein werden.

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