Smartguns: Schießen geht, ein Amoklauf aber nicht

Um es US-Bürgern weiterhin zu ermöglichen, alle erdenklichen Waffen zu besitzen und dabei nicht in eine moralische Sackgasse zu laufen, rückt jetzt ein Vorschlag zur Konstruktion "intelligenter" Gewehre ins Rampenlicht.

Dieser sieht vor, Waffensysteme mit Technologien zu kombinieren, die es beispielsweise ermöglichen, weiterhin in bestimmten Situationen zu schießen, während es nicht mehr möglich sein soll, einen Amoklauf wie kürzlich in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut durchzuführen, bei dem in einer Schule unter anderem mehrere Kinder starben.

Jeremy Shane, unter der Bush-Regierung ein Mitarbeiter des Justizministeriums und Unternehmer, sieht die Ursache für zahlreiche Tote bei verschiedenen Amokläufen in den USA in den vergangenen Jahren darin, dass die verfügbaren Waffen "dumm" sind. "Waffen sollten 'wissen', in Schulen, Kirchen, Kranken- oder Kaufhäusern nicht feuern zu dürfen", erklärte er in einem Gastbeitrag für 'CNN'.


Mittels moderner Technologien sollten die Systeme selbstständig ihre Umgebung wahrnehmen können - nicht nur, wo sie aktuell eingesetzt werden sollen, sondern auch wie das sonstige Umfeld aussieht oder von wem sie getragen werden. So sollte der Auslöser blockieren, wenn die Waffe in der Hand eines Kindes oder keine andere gefährliche Waffe in der Nähe ist - also kein Bedarf für Selbstverteidigung des Schützen besteht.

Laut Shane sind Technologien, die im Zweifelsfall das Vorgehen des menschlichen Besitzers ausbremsen bereits in anderen Dingen vorhanden - so beispielsweise in Autos, die über Sensoren die Umgebung erfassen und selbstständig Kollisionen vermeiden. "Waffen können von solchen technologischen Erweiterungen ebenfalls profitieren", so Shane.

Er kritisiert in dem Beitrag, dass eine Reihe bekannter Manager aus dem Technologie-Standort Silicon Valley nach dem letzten Amoklauf die Forderungen nach schärferen Waffengesetzen und damit eine stärkere staatliche Regulierung unterstützten. Seiner Ansicht nach täten sie besser daran, ihr Know How und ihr Vermögen in die Entwicklung einer neuartigen Generation von Waffen zu investieren, die bekannte Probleme auf technischem Weg lösen sollen.
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... als wenn sich soziale und gesellschaftliche Probleme je mit technologischen Mittel lösen ließe und lassen ......
 
@Drachen: Spinnt man diese schwachsinnige Argumentation mal weiter, finden zukünftig Amokläufe eben nicht in "Schulen, Kirchen, Kranken- oder Kaufhäusern" statt, sondern werden auf die Straße verlagert, auf die Parkplätze, in Stadien, Bahnhöfe, Flughäfen... Wenn jemand Amok laufen will, dann schafft er es auch. Oder die Wahl der Waffe fällt auf Scharfschützengewehre, es wird sich strategisch günstig positioniert und in Ruhe abgeballert, was vor das Gewehr kommt. Da ist der Schütze im Vorteil und alle möglichen Sensoren oder Störeinrichtungen nutzen gar nichts... völlig weltfremd, der Typ!!!
 
[re:2] Drei am 10.01.13 15:36 Uhr
(+3
@MaikEF: Vor allem, wie soll dei Waffe wissen, wo sie sich befindet? RFID? Das lässt sich blockieren. Und sollte eine Waffe die Notwendigkeit zu feuern davon abhängig machen, ob andere Waffen im Umfeld sind, dann wirft der Amokschütze eben ein paar um sich. Die Idee ist völlig unsinnig und letztlich, im Sinne der Zielstellung, auch nicht umsetzbar.
 
[re:3] algo am 10.01.13 16:37 Uhr
(+6
@MaikEF: Also ich bin immer noch dafür, dass wir mehr Killerspiele in Umlauf bringen. Nur ein guter Killerspieler kann doch einen bösen Killerspieler zur Strecke bringen!
 
@Drachen: ... vor allem, weil sich sofort Exploits finden werden, wie man diese Sperre umgehen kann.


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