Dem in einem Brüsseler Vorort verhafteten Unternehmer Fabian Thylmann, der eine ganze Reihe von populären Porno-Angeboten im Internet betreibt, droht eine lange Freiheitsstrafe.
Die ermittelnden Behörden, die Kölner Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und die Steuerfahndung aus Koblenz und Aachen, glauben, Hinweise auf hinterzogene Steuern in Höhe von weit mehr als zehn Millionen Euro gefunden zu haben. Das berichtete das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' in seiner heutigen Ausgabe.
Dabei gehe es dem Vernehmen nach vor allem um nicht abgeführte Umsatzsteuer, da bei jedem Klick, mit dem ein deutscher Nutzer Thylmanns kostenpflichtige Seiten nutzt, nach Auffassung der Behörden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden - wohl auch, wenn sie formal in anderen Ländern gehostet werden.
Die Geschäfte des Internetmillionärs, zu dessen Netzwerk Webseiten wie YouPorn und MyDirtyHobby gehören, sind für die Ermittler nun nachzuvollziehen - sie haben einen Datenbestand von mehreren Terabytes gesichert. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sollte schon bei einer Million Euro hinterzogener Steuern eine Haftstrafe ohne Bewährung verhängt werden.
Thylmanns Düsseldorfer Anwalt Sven Thomas hat dieser Tage versucht, Haftverschonung für seinen Mandanten zu erreichen. Zu den Vorwürfen gegen die Porno-Größe will er sich "gegenwärtig nicht äußern", hieß es.


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