Medizin: Roboter sind nur als Gehilfen einsetzbar

Roboter sollen zukünftig auch im Gesundheitswesen zu einer Entlastung der Beschäftigten beitragen. Je nach Einsatzgebiet gibt es hier gute Chancen, aber auch Risiken.

Das geht aus einem Gutachten hervor, dass das Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung der Schweiz nun veröffentlichte. Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und der Produktion berührungsfreundlicher Materialien machen Roboter demnach zunehmend auch fürs Gesundheitswesen interessant. Neben der technischen Machbarkeit und den Kosten spielt jedoch die Akzeptanz potenzieller Anwender eine zentrale Rolle. Diese nimmt bei zunehmender Interaktivität der Geräte ab.

"Viele Befragte befürchten, dass der zwischenmenschliche Kontakt verloren gehen könnte. Zudem fehlt Robotern auch die umfassende und flexible Sicht auf Patienten und Situationen", erklärte Projektleiterin Heidrun Becker vom Departement Gesundheit der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Pflegefachkräfte fürchten zudem, dass sie aus Spargründen von Robotern ersetzt werden könnten. Allerdings begrüssen sie mechanische Assistenten als Gehilfen, um sie von schweren Arbeiten wie das Heben oder Tragen von Patienten zu entlasten.

Die Betroffenen selbst erhoffen sich von Robotern vor allem einen unabhängigeren Alltag mit smarten Rollstühlen, intelligenten Gehilfen oder Servicerobotern für den Haushalt. Dabei ist nach Ansicht der Forscher auch nicht nur von der aktuellen Senioren-Generation auszugehen. Zukünftige Generationen älterer Menschen wachsen mit viel mehr Technik als früher auf und werden daher offener im Umgang mit Robotern im Gesundheitswesen sein.


Telepräsenzroboter, welche beispielsweise per Videogespräch die persönliche Anwesenheit einer Pflegekraft oder Ärztin ersetzen, könnten Senioren sozusagen als "digitale Nabelschnur gegen die Vereinsamung" dienen. Allerdings geht laut den Experten mit der gewonnenen Selbstständigkeit eine gewisse Abhängigkeit von Maschinen einher. Zum Beispiel könnte ein Stromausfall dazu führen, dass lebenswichtige Medikamente nicht verabreicht werden. Wenn Pflegeroboter also Zuhause eingesetzt werden, übernehmen Patienten und Angehörige automatisch mehr Verantwortung.

"Umstritten ist bei Experten, ob das Pflegepersonal mit Robotern so entlastet wird, dass ihm mehr Zeit für die direkten Begegnungen mit den Patienten bleibt", so Becker. Einig seien sich die Experten jedoch, dass die mechanischen Geräte nur als Ergänzung zu menschlichen Kontakten eingesetzt werden sollten und die Gesundheitskosten wahrscheinlich eher steigen als senken werden: Die Anschaffung ist teuer, zudem entwickelt sich die Technik rasch und zwingt, sie immer wieder zu ersetzen.

Die Studie von TA-SWISS ordnet die Geräte drei verschiedenen Typen zu. In die Gruppe der Trainingsgeräte und Hilfsmittel fallen Arm- und Beintrainer in der Rehabilitation, mit elektronischen Sensoren ausgestattete «schlaue» Greif- und Gehhilfen oder navigierende Rollstühle. Daneben gibt es aber auch Telepräsenz- und Assistenzroboter, welche die persönliche Anwesenheit einer Pflegekraft, eines Therapeuten oder einer Ärztin ersetzen oder bestimmte Arbeitsschritte wie zum Beispiel den Transport unterstützen. Die dritte Kategorie bilden sozial interagierende Roboter, die als Begleiter und Gefährten dienen. Hier steht die unmittelbare Beziehung zwischen Roboter und Mensch im Vordergrund.
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Traurig traurig, wenn sich Senioren dann schon mit Maschienen unterhalten müssen, nur weil im Pflegebereich immer mehr eingespart wird. Wenn ich alt bin, möchte ich nie und nimmer ins Pflegeheim, da erschieße ich mich lieber vorher selbst. Das wöllte ich jetzt schon nicht. Die paar unterbezahlten Pflegekräfte rotieren auf der Station wie die Blöden um eine Masse an Leuten dann wie am Fließband überhaupt irgendwie abfertigen zu können. Pflegekräfte sind frustriert, weil sie es kaum schaffen und nicht die Menschlichkeit geben können, die sie gerne wöllten. Bewohner sind frustriert, weil keiner Zeit hat, sie wie am Fließband abgefertigt werden und Menschlichkeit fehlt. Geschäftsführung interessiert das nicht, gekürzt wird weiter. Und dann sollen auch noch Roboter die Senioren unterhalten, oh man :-/
 
@Angel3DWin: Am Besten gar nicht erst alt werden, wer weiß wieviel Ökosteuer wir dann bezahlen müssen, macht doch eh keinen Spaß mehr.
 
"Diese nimmt bei zunehmender Interaktivität der Geräte ab." - also wollen Menschen lieber einen Krankenschwester-Roboter, der sie nach Schema F behandelt als einen, der auf sie persönlich eingeht?!
 
Stromausfall? Fahren die die ganze Zeit mit einem Kabel umher und ohne Ausfallsicherheit?


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