Autonomy-Deal: Apotheker schiebt Schuld von sich

Leo Apotheker, der ehemalige Chef des PC-Herstellers Hewlett-Packard (HP) hat sich erneut zur gründlich schief gegangenen Übernahme des Software-Hauses Autonomy geäußert: Nicht er alleine sei verantwortlich, auch der HP-Vorstand trage eine Mitschuld.

Wie das Wirtschaftsportal 'Bloomberg' berichtet, sagte Apotheker, dass "ein CEO nie alleine und isoliert die Entscheidung zu einer so großen Übernahme treffen kann", so der Ex-Chef von HP. Er betonte, dass derartige Schritte "keinesfalls ohne die Zustimmung des Aufsichtsratschefs" getätigt werden könnten.

So habe sich der HP-Vorstand unter der Führung von Ray Lane mehrfach zu diesem Thema getroffen und den Deal auch einstimmig befürwortet, so Apotheker. Das Gremium habe auch die entsprechende strategische Entscheidung befürwortet, HPs Marktpräsenz im Bereich von Unternehmens-Software auszubauen. Léo ApothekerLeo Apotheker will nicht alleine schuld sein Kurz gesagt: Leo Apotheker, der im September 2011 nach nicht einmal einem Jahr als Chief Executive Officer herausgeschmissen worden ist, will am Autonomy-Debakel nicht alleine schuld sein. HP hatte das Unternehmen für 10,3 Milliarden Dollar gekauft, allerdings ist im vergangenen November aufgeflogen, dass die Bilanzen schöngerechnet waren. Das hat zu einer Abschreibung in Höhe von 8,8 Milliarden Dollar geführt und HP tiefrote Zahlen beschert.


Apotheker spielt den Ball damit indirekt an die aktuelle HP-Chefin Meg Whitman weiter: Diese war zum Zeitpunkt des Autonomy-Geschäfts im Vorstand des PC-Herstellers. Whitman hatte sich allerdings ihrerseits Ende November von der Übernahme distanziert und sich darauf berufen, dass die verantwortlichen Manager - Apotheker und Chief Technology Officer Shane Robison - im vergangenen Jahr aus der Firma ausgeschieden sind.

Hewlett-Packard hat sich bisher nicht offiziell zu den Aussagen des ehemaligen Chefs geäußert. Es ist allerdings zu erwarten, dass sich die Angelegenheit zu einer Schlammschlacht entwickelt, die möglicherweise noch eine ganze Weile weitergehen wird.

Siehe auch: HP-Absturz - Apotheker will nichts gewusst haben
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Hätte er mal einen Maulwurf bei Autonomy eingeschleust, wäre das nicht passiert. Als Apotheker müsste man doch mit solchen Methoden vertraut sein! ;)
 
Leo Apotheker ist für mich ein Paradebeispiel für einen Parasiten, der von Wirt zu Wirt zieht, kurz bleibt, Schaden anrichtet und dann mit einer ordentlich Abfindung wieder verschwindet. So einer gehört eigentlich hinter Schloss und Riegel, wenn man überlegt, wie viele Jobs der Mann die Unternehmen gekostet hat, bei denen er war.
 
@noneofthem: er hat doch aber recht das so ein großer deal niemals nie er allein hätte entscheiden können. das die bilanzen gefälscht sind kann bzw. muss er auch nicht wissen oder ahnen, denn dafür hat er seine abteilungen die das genau prüfen.
 
@Odi waN: Immer nach unten weitergeben.
 
@Odi waN: Mag ja sein das der Vorstand dem zustimmen musste, aber letztendlich doch auf seine Empfehlungen und seinem drängen hin. Und ob so ein Deal tragbar ist oder nicht, trotz geschönter Bilanzen, sollte Nachprüfbar sein. Anderen Firmen passiert ja auch nicht so ein Debakel. Also einigen schon, aber den richtig arbeitenden Firmen eher nicht.


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