Zwei Wissenschaftler aus England haben es sich zum Ziel gesetzt, bei Videoaufnahmen binnen der kommenden fünf Jahre pixelbasierte Bilder durch einen Codec abzulösen, der auf Vektorgrafiken basiert.
Philip Willis und John Patterson von der University of Bath arbeiten dafür an einer Technologie namens Vectorized Streaming Video (VSV). Diese soll die Aufnahme bereits in der Kamera nach dem Abnehmen der Informationen vom Bildsensor in Vektor-Grafiken umwandeln. Dies würde bei der Bearbeitung von Clips und auch bei verschiedenen Wiedergabe-Anwendungen deutliche Vorteile bringen.
In vielen Bereichen kommen bei statischen Bildern bereits heute Vektor-Grafiken zum Einsatz - vor allem bei der Darstellung von Karten, Fonts oder anderen relativ einfachen und klar strukturierten Abbildungen. Dies hat den Vorteil, dass die Abbildung auf beliebige Größen skaliert werden kann, ohne, dass sie an Qualität einbüßen.
Bei Fotos oder den einzelnen Bildern eines Videos kommen allerdings in der Regel Bitmap-Technologien zum Einsatz. Hier wird klar definiert, welche Farbwerte und welche Helligkeit jeder Bildpunkt hat. Das funktioniert solange gut, wie keine zu starken Kompressionen die Informationen ausdünnen oder das Originalbild vergrößert werden soll.
In Vektorgrafiken werden hingegen nicht einzelne Pixel definiert, sondern geometrische Formen und ihr Verhältnis zueinander. Dadurch kann eine solche Abbildung beispielsweise beliebig groß skaliert werden, ohne, dass sie pixelig erscheinen. Es ist allerdings kompliziert, Bilder entsprechend zu repräsentieren, die sehr unregelmäßige Linien und viele Farbverläufe enthalten, wie es bei natürlichen Abbildungen der Fall ist.
Allerdings wird bereits seit einiger Zeit an der Vectorized Photographic Images (VPI)-Technologie gearbeitet, die einen entsprechenden Codec für Fotos bereitstellen soll. Sie soll auch die Grundlage für den Video-Codec bilden, an dem Willis und Patterson arbeiten. Beim Videoschnitt könnten so beispielsweise beliebige Bildausschnitte vergrößert eingesetzt werden - wenn auch natürlich nicht grenzenlos. Sie arbeiten dafür mit verschiedenen Firmen aus dem Bereich zusammen. In drei bis sechs Monaten soll eine frühe Version des Codecs vorgeführt werden können. Binnen fünf Jahren soll dieser dann so weit entwickelt sein, dass er Bitmap-basierte Technologien beim Video überflüssig macht.


Auch Unterwegs bestens informiert!



Alle Kommentare zu dieser News anzeigen