Wasserlösliche Chips sollen zukünftig dabei helfen, Krankheiten zu diagnostizieren oder zu behandeln. Entwickelt wurden sie von einem Forscherteam an der University of Illinois.
Die integrierten Schaltkreise aus biologischen Materialien können wie ein Kinder-Tattoo beispielsweise auf die Haut aufgetragen werden. Dort können sie verschiedene sensorische Aufgaben übernehmen, wie etwa die Überwachung der Körpertemperatur oder die chemische Zusammensetzung von Ausscheidungen der Hautporen über einen bestimmten Zeitraum.
Die Chips sind dabei so dünn und flexibel wie eine sehr feine Folie, so dass sie dem Träger im Alltag überhaupt nicht auffallen. Erst unter dem Mikroskop sind verschiedene feine Leiterbahnen zu erkennen. Werden sie nicht mehr benötigt, können sie einfach abgewaschen werden und lösen sich auf, berichtet die 'Computerworld'.
Die Wissenschaftler wollen diese Technologie aber nicht nur auf die Haut beschränken. Zukünftig soll es auch vergleichbare Chips geben, die bei Operationen in den Körper eingebracht werden. Sie könnten dann nicht nur zur Überwachung von Körperfunktionen genutzt werden - die Forscher sehen beispielsweise durchaus auch die Möglichkeit, auf diese Weise einen minimalinvasiven Herzschrittmacher zu produzieren, oder ein System, das Wunden vor Infektionen schützt.
Die aktuell hergestellten Chips sind rund 5 Mikrometer dick und können um bis zu 30 Prozent gedehnt werden - was in etwa auch der Elastizität der Haut entspricht. Der eigentliche Schaltkreis besteht weiterhin aus Silizium-Verbindungen, die zur Steigerung der Stabilität auf einen Kunststoffilm aufgetragen wurden. Dessen Zusammensetzung ist letztlich entscheidend, unter welchen Voraussetzungen sich das Objekt bei Bedarf entfernen und auflösen lässt.
Auf der Haut kämen hier also andere Materialien zum Einsatz als im Körper. Die Wissenschaftler haben hier beispielsweise bereits mit Seide, Magnesium und Siliziumdioxid experimentiert. Das Silizium des Schaltkreises selbst fällt hier nicht ins Gewicht, da es lediglich 35 Nanometer dick ist.


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