Rekord bei Forschungsausgaben deutscher Firmen

Forschung, Forscher, Wissenschaftler Bildquelle: Research Development and Engineering Command / Flickr
Die deutschen Unternehmen suchen in der Krise ihr Heil in der Forschung und Entwicklung. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Rekordwert an Ausgaben für diesen Bereich aufgestellt, teilte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit.
Insgesamt 50,3 Milliarden Euro wurden 2011 von den Unternehmen für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgegeben, das sind immerhin 7,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Forschungspersonal wurde im Zuge dessen um 3,7 Prozent auf insgesamt knapp 350.000 Vollzeitkräfte aufgestockt. Die Quote der FuE-Aufwendungen der Wirtschaft als Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist so deutlich von 1,88 Prozent auf 1,94 Prozent gestiegen. Zusammen mit den von 0,92 auf 0,94 Prozent ebenfalls gestiegenen staatlichen Aufwendungen beträgt die FuE-Quote nun insgesamt 2,88 Prozent - auch das ist ein neuer Bestwert.

"Die Unternehmen sind sich der zentralen Bedeutung von Innovationen für den Wirtschaftsstandort Deutschland sehr bewusst", sagte Kurt Bock, Chef des Chemiekonzerns BASF und Vizepräsident des Stifterverbandes. "Das europäische Ziel, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern, ist fast erreicht. Aber wir müssen weiter gehen, weil andere längst weiter sind."

Die Politik habe mit der Hightech-Strategie und der Exzellenzinitiative wichtige Impulse gegeben und das FuE-Budget auch in schwierigen Zeiten erhöht. Nun solle sie den nächsten Schritt tun und Forschungsausgaben steuerlich begünstigen, forderte Bock. Immerhin würden dies viele andere Industrieländer im internationalen Wettbewerb ebenfalls tun.

Die mit Abstand forschungsstärkste Branche ist und bleibt die Automobil-Industrie. Auf sie entfällt mit 15,8 Milliarden Euro nahezu ein Drittel aller FuE-Ausgaben. Für ein zusätzliches Wachstum von 6 Prozent auf sehr hohem Niveau dürfte hier die Entwicklung von neuen Antriebstechnologien wie der Elektromobilität gesorgt haben. Dementsprechend sind auch die FuE-Aufwendungen von Unternehmen aus anderen Branchen gestiegen, die für die Automobilproduzenten tätig sind. Dazu gehört etwa die Elektroindustrie, deren Forschungsetat von 2010 auf 2011 um acht Prozent gewachsen ist.

Auffällig ist dagegen eine deutliche Reduzierung der FuE-Aufwendungen bei den Energieversorgern um über vier Prozent. Hintergrund der Kürzungen vor allem bei einigen Großunternehmen dürfte neben vereinzelten wirtschaftlichen Schwierigkeiten vor allem die 2011 beschlossene Energiewende sein, die neben dem Atomausstieg eine verstärkte Nutzung regenerativer Energien und die Entwicklung von dezentralen und damit kleinteiligen Versorgungssystemen vorsieht. Möglicherweise werden hier Forschungsgelder zugunsten von Investitionsmitteln für den Ausbau der Netzinfrastruktur umgewidmet.

Recht gering sind hingegen die Investitionen in der Informations- und Kommunikations-Industrie. Dieser Sektor liegt im nationalen Vergleich lediglich auf Platz 7. Dies spiegelt letztlich auch die Rolle Deutschlands in diesem Bereich auf dem Weltmarkt wieder, wo nur selten Impulse gesetzt werden können.

Der Ausblick für 2012 ist angesichts unsicherer Konjunkturaussichten insgesamt verhalten. Mit 1,9 Prozent werden die Forschungsausgaben voraussichtlich nur etwa im Rahmen der Inflationsrate steigen. 2013 erwarten die Unternehmen dann einen Anstieg von 3,6 Prozent. "FuE ist zunehmend zum strategischen Wettbewerbsfaktor geworden", sagt Gero Stenke, der Leiter der Wissenschaftsstatistik im Stifterverband. "Damit hat sich die unmittelbare Abhängigkeit von den Konjunkturzyklen reduziert. So gab es auch im Krisenjahr 2009 keinen echten Einbruch der Forschungsausgaben. Für das Jahr 2012 und 2013 agieren die Unternehmen dennoch vorsichtig, weil die Entwicklung der Märkte und die Situation in der Eurozone nicht vorhersagbar scheinen." Forschung, Forscher, Wissenschaftler Forschung, Forscher, Wissenschaftler Research Development and Engineering Command / Flickr
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