Die Regierung Syriens hat allem Anschein nach heute Mittag das Land komplett vom Internet abgekoppelt. Die Verbindungsabbrüche wurden erstmals am heutigen Mittag um 12:26 Ortszeit registriert.
Nach deutscher Zeit sind also seit heute Vormittag halb Zwölf keine Verbindungen mehr in den Staat im Nahen Osten möglich, in dem sich Oppositionsgruppen seit einiger Zeit einen Bürgerkrieg mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad liefert. Über die genauen Hintergründe der Abschaltung ist derzeit allerdings noch nichts bekannt.
Das Sicherheits-Unternehmen Renesys vermeldete bislang lediglich, dass in den globalen Routing-Tabellen alle 84 IP-Adressblöcke des Landes derzeit als nicht erreichbar gekennzeichnet sind. Damit handelt es sich also nicht mehr nur um die Sperrung einzelner Dienste, sondern eine komplette Abkoppelung des Landes vom weltweiten Datennetz. Aktuell wird versucht, konkretere Informationen zusammenzutragen.
In Syrien steht das Internet seit jeher unter einer strengen Überwachung, wobei auch Produkte von westlichen IT-Unternehmen zum Einsatz kommen. Diese halfen in der Vergangenheit immer wieder dabei, dass die Behörden oppositionelle Aktivisten ausfindig machen konnten. Es gibt Berichte über anschließende Festnahmen, Folterungen und Hinrichtungen.
Seit dem Ausbruch der offenen Auseinandersetzungen zwischen dem Assad-Regime und der Opposition in direkter Folge des arabischen Frühlings, wurde auch die Überwachung der Online-Verbindungen weiter verschärft. Unter anderem auch mit Hilfe von Aktivisten aus dem Ausland gelang es aber immer wieder, verschlüsselte und anonymisierte Verbindungen in das Land aufrechtzuerhalten und damit den Informationsfluss sicherzustellen. Viele Bilder und Videos von der Situation vor Ort in der letzten Zeit, die in den Nachrichten zu sehen waren, stammten auch aus diesen Quellen.


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