Limux: Stadt München spart mit Linux 10 Mio. Euro

Die Fraktion der Freien Wähler in München wollte nähere Informationen über die möglichen Einsparungen des Wechsels zum freien Betriebssystem Linux der zugehörigen Stadtverwaltung in Erfahrung bringen.

Das zugehörige Limux-Projekt - kein Tippfehler sondern die Zusammensetzung aus Linux und München - hat nun eine Vergleichsrechnung, bei der insgesamt drei Szenarien berücksichtigt wurden, vorgelegt. Dabei stellt man die Kosten einer gemischten Ausführung mit Windows und Open Office, einer Lösung bestehend aus reinen Microsoft-Produkten und den tatsächlichen Kosten gegenüber.

Berücksichtigt wurden dabei auch die Kosten für die entsprechende Hardware. Ferner ging man laut einem Artikel von 'Pro-Linux.de' von einem Wechsel zu Windows 7 zur vergangenen Jahreswende bei dieser aufgestellten Kalkulation aus.

Siehe auch: Limux: Mehr Geld & weniger Probleme in München

Hätte die Stadt München auf die reine Microsoft-Lösung, also auf Windows und Office gesetzt, so hätten sich Kosten von über elf Millionen Euro bisher ergeben. Den beträchtlichen Anteil von 4,2 Millionen Euro machen die Lizenzkosten und Gebühren für Aktualisierungen von MS Office aus. 2,6 Millionen Euro kommen für die Windows-Lizenzen und weitere fünf Millionen Euro für die Hardwarebeschaffung hinzu.


Würde die öffentliche Verwaltung der bayrischen Landeshauptstadt hingegen auf eine Mischung aus Microsoft Windows und Open Office setzen, so würden unter dem Strich prognostizierte Kosten von rund 7,4 Millionen Euro entstehen, so die Vergleichsrechnung. Die Kosten für Schulungen der Mitarbeiter und das Personal werden als gleichwertig bei allen Lösungen angesehen. 22 Millionen Euro setzte man dafür an.

Seit der Umstellung auf das Limux-Projekt, das die Migrationsziele im letzten Jahr übertroffen hat, sind Kosten in der Höhe von 700.000 Euro verursacht worden. 500.000 Euro musste man alleine in die Umstellung von Excel-Makros in webbasierte Anwendungen investieren. Hinzu kommen unter anderem noch Gebühren für proprietäre Software in der Höhe von 71.000 Euro.

Siehe auch: Freiburg wechselt wieder zurück zu Microsoft Office

Wer sich noch näher mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, dem sei ein Blick in den zugehörigen und 18 Seiten umfassenden Beschlussentwurf nahe gelegt.
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München hat schon alles richtig gemacht. Freiburg dagegen hat das leider nur halbherzig umgesetzt und es scheint, als wären Fehler beim Management gemacht worden. Kann mir gut vorstellen, dass die User nicht entsprechend informiert wurden und es auch dadurch zu Frust kam, was verständlich ist. München ist ein Paradebeispiel für eine gute, erfolgreiche Umsetzung, bei der Kosten auch dauerhaft gespart werden können. EDIT: Noch etwas zum Thema Freiburg: "Der Sachverständige, der das ominöse Gutachten erstellte, ist laut den Piraten Geschäftsführer und Gründer der Firma Excientes Management Consulting GmbH und außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tricept AG, eines zertifizierten Microsoft-Partners, was Zweifel an der Unabhängigkeit des Gutachtens aufkommen lasse. Zweifel an der sachlichen Richtigkeit des Gutachtens hatte es schon vor der Abstimmung gegeben." Zitat von http://goo.gl/h8Hz7
 
@noneofthem: In Freiburg war man einfach nicht konsequent genug und hat weiter auf Windows gesetzt. Kein Wunder, dass so eine halbherzige Lösung mehr Kosten als Nutzen verursacht. Was ich nicht verstehe: Eigentlich müssten die Kommunen doch weitgehend gleiche Anforderungen an ihre IT haben. Warum können dann andere Kommunen nicht einfach die LiMux- Lösungen übernehmen und ggf. für ihre Zwecke modifizieren?
 
@noneofthem: Krass, wenn das stimmt mit dem Sachverständigen, dann wird man die Entscheidung hoffentlich nochmal überdenken .. eigentlich hätte man schon vorher gegen das Gutachten vorgehen müssen. Da zeigt sich mal wieder, warum Deutschland neben Saudi Arabien, Iran oder Nordkorea das Abkommen zu Korruption und Beamtenbestechung nicht unterzeichnet !!
 
@Knerd2k: Bei der ISO-Zertifizierung des aktuellen MS-Office-Formats lief das leider ähnlich ab. Da kam Microsoft erst im zweiten Durchlauf durch, nachdem sie ihre Leute zum Abstimmen eingeschleust hatten. Traurig, aber wahr und nicht nur in Deutschland so.
 
@nicknicknick: Weil die meisten (zumindest kleineren) Kommunen schon mit dem bestehenden IT-System hoffnungslos überfordert sind. Da gibts in der Regel einen EDV-Verantwortlichen, der von EDV kaum bis keine Ahnung hat und das auch nur neben der eigentlichen Arbeit macht. Die haben für sowas einfach keine Zeit und auch keinen Plan. Bei größeren Städten gibts dann zwar eigene EDV-Abteilungen, da ist aber wieder das Problem, dass jede Gemeinde andere Software einsetzt und die fast ausschließlich unter Windows (und ggf. MS Office) läuft. Die müssten dann bei einer Umstellung quasi bei Null anfangen. Eine Stadt wie München hat dafür vielleicht die Mittel, die kleineren die eh schon sparen müssen wo es nur geht, können sich sowas nicht leisten.


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